* Dyfi Fischadler Projekt *

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Thema: Fischadler – Dyfi - Montgomeryshire - WALES


Teil 2


Es wird Zeit wegzufliegen, Sohn …

Was passiert jetzt? Nun, Alwyn und Janine hören heute auf, doch nächstes Jahr werden sie wiederkommen und die Menschen am Besucherzentrum begrüßen und sich verstecken so gut sie es die letzten vier Jahre gemacht haben (wir öffnen in fürneinhalb Monaten – nicht lange!). Sie haben noch mich, ich fürchte durch den Winter – die Blogs werden fortgesetzt wie üblich, sowie die Updates über Ceulans Fortschritte, hoffentlich unten in Afrika. Ich werde auch auf Facebook mit den Updates weitermachen und Janine wird die Twitter tweets (nennt man die so?) wie immer weiter machen.

Im Namen von Montgomeryshire Wildlife Trust, möchte ich mich zunächst bei ein paar Leuten bedanken. Unseren beiden Beschäftigten der Saison – Janine und Alwin, 78 unglaublichen Volontären die dieses Jahr über 8.000 Stunden zur Verfügung standen (das ist vergleichbar mit eine Person ununterbrochen für 5 Jahre zu beschäftigen!). Network Rail, Andy und sein IT Team von CCW Solutions, Communities and Nature, Heritage Lottery Fund, Countryside Council für Wales und Ihnen. Allen von Ihnen die dem Dyfi Fischadler Projekt auf verschiedenen Webseiten gefolgt sind und uns auf so viele Art unterstützt haben, auch finanziell.

Und schließlich erwarten wir in ungefähr 10 Tagen einige Neuigkeiten. Nicht irgendwelche alten Nachrichten GROSSE Nachrichten! In einigen Wochen werde ich einen Blog über die Veränderungen und Verbesserungen, die der Trust über die Wintermonate in Cors Dyfi machen will. Verbesserungen für das Projekt, die Kameras, Nest Audio, dem Live-Streaming und der Webseite. Ich werde auch etwas mehr über die Errichtung von Fischadler Nist Plattformen in Dyfi im nächsten März erklären. Wir werden Ihre Hilfe brauche – es wird ein wenig sein wie der große Schachzug, den wir letzten März gemacht haben. Können Sie sich einen Namen dafür ausdenken? Ich kann.

Und die große Neuigkeit? Wir müssen uns noch bis zum Ende der nächsten Woche gedulden um das herauszufinden. Nur so viel, wir hoffen Cors Dyfi und das Dyfi Fischadlerprojekt zu noch größeren Erfolgen im nächsten Jahr und darüber hinaus zu führen. Es war in diesem Jahr eine höllische Fahrt – danke an Sie alle für Ihr Engagement mit uns und für Ihre Unterstützung, das ist sehr geschätzt. Diolch yn fawr i chi gyd.


Aufwärmen – 28 Minuten die einem jungen Fischadler das Leben retteten.



Viele Grüße von
Brit
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Danke für die Beobachtung 2012



Wir werden im Marz 2013 wieder zurück sein

Viele Grüße von
Brit
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Er ist weg ….
(gepostet 6. Sept. 2012 von Emyr)

Ceulan ist endlich weggeflogen. Er begann die große Reise seines Lebens um 09:26h am Montag, 3. September, und Alwyn sah ihn tatsächlich abfliegen. Al sagte, er hob von der niedrigen Sitzstange ab und hat schnell an Höhe gewonnen, so sehr, wie Al ihn noch nie vorher gesehen hat. In der Höhe umkreiste er das Nest, gewann dann weiter an Höhe, kreiste über Cors Dyfi und dem Bahnsteig der Eisenbahnkreuzung bevor er Richtung Süden flog. Sogar mir seiner geliebten 13x56 Minox hat Al ihn einige Meilen weiter unten im Tal verloren. Er ist weg, keine Frage.

Um 11:00h war Ceulan südlich von Abrystwyth in 630 m Höhe, eine Stunde später flog der in Richtung Brecon Beacons in 820 m Höhe – mehr als eine Meile hoch. Um 14:00 verließ er zum ersten Mal Wales in Richtung Südosten und eine Stunde später war er direkt über dem Exmoor National Park. Um 17:00 war Ceulan einige Meilen westlich von Exeter wo er einen Schlafplatz suchte und über Nacht blieb.



Am folgenden Tag, war Ceulan mit dem ersten Tageslicht unterwegs und flog bis mittags zur Bretagne – viel schneller als die Fähre. Um 16:00h war er auf einer kleinen Insel namens Ile d’Groix vor der Südküste der Bretagne. Dort mußte Ceulan eine große Entscheidung fällen. Über Nacht bleiben oder in Richtung Süden über das Meer fliegen. Nach einigen Stunden Flug um Ile d’Groix nahm er die letztere Möglichkeit.

Er überquerte den Golf von Biskaya in rund 12 Stunden, die meiste Zeit in der Dunkelheit fliegend und mit nordöstlichem Rückenwind. Schließlich erreichte er um 05:30h die Nordküsten von Spanien am Mittwoch, 5. September. Trotz dem Flug durch die Nacht machte Ceulan keinen Stopp und flog weiter nach Süden bis er Portugal überquert hatte und ließ sich schließlich in einer Gegend, unmittelbar südlich von Porto nieder. Er verbrachte dort den Abend von Mittwoch, dem 5. September.



Ceulan ist zwischen Montagmorgen und Mittwochnachmittag über 900 Meilen geflogen – nicht schlecht für einen 14 Wochen alten Fischadler, dessen längste Reise vorher ein 12 Meilen Rundflug über den Fluss Ceulan war.

Ceulan begann seinen Vogelzug im Alter von 97 Tagen, einem Tag jünger als sein Bruder und seine Schwester letztes Jahr – Einion und Leri. Hier ist ein Foto aufgenommen im Alter von 96 Tagen, nur einen Tag vor seinem Abflug.



Wir werden Ceulans Fortschritte, so schnell wie es uns möglich ist, updaten, auch an Wochenenden, aber bitte seien Sie geduldig. Nicht immer kommen die Daten, Wenn sie sollten. Man kann Ceulan auf Google Earth verfolgen – Hilfe finden Sie HIER (in englischer Sprache) falls nötig


Viele Grüße von
Brit
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Irrsinnig erstaunlich
(gepostet 20. Sept. 2012 von Emyr)

Ceulan begann seinen Vogelzug am Montagmorgen (3. September), bis Samstagabend war er in Afrika. Ich kann selber nicht glauben, was ich grade geschrieben habe.

Hier ist ein VIDEO von ihm von diesem Montagmorgen – er kreiste einige Male um sein Nest, gewann bei jeder Umkreisung an Höhe, bis er fand, dass es hoch genug sei um seine lange Reise zu beginnen. Dann war er weg ---

Beim letzten Blog vor ein paar Tagen war Ceulan gerade südlich von Porto, Portugal – er blieb dort nicht lange. Am Mittag des 7. September war Ceulan in Lissabon und am frühen Abend hatte er einen kurzen, 110 Meilen Trans-Atlantik Flug auf die Algarve unternommen, wo er die Nacht verbrachte.

Um ungefähr 09:30 Uhr am folgenden Morgen, verließ Ceulan den portugiesischen Luftraum in Richtung Süden wieder direkt über den Atlantik. 12 Stunden später am selben Abend um ungefähr 21:30 Uhr war er in Afrika. Er landete 38 Meilen westlich von Casablanca, Marokko.



Ceulan blieb über Nacht an der Marokkanischen Küste, doch am folgenden Morgen war er wieder unterwegs. Bis zur Mittagszeit war er 40 Meilen weiter südlich und überquerte den gleichen Weg, den auch sein Bruder Einion im letzten Jahr flog. Einion war an demselben Ort, zur gleichen Zeit am selben Tag – 9. September. Sie waren so nahe, dass sie sich in der 1-Jahres-Zeitmmaschine gesehen hätten.



Nach dem Überqueren von Einions Flugbahn von 2011, hat Ceulan den Flug Richtung Süden seines Bruders gespiegelt. Er verbrachte die letzte Nacht (9. September) unmittelbar nördlich von Agadir, Marokko, bevor er am frühen Morgen wieder weiterflog. Die letzte Ortung die wir von ihm haben ist von 18 Uhr heute Abend (10. September) von der nördlichen Mauretanischen Grenze, südlich des Längengrads der Kanarischen Inseln. Ceulan ist jetzt weniger als 900 Meilen von Gambia entfernt.



Während ich dies am Montagabend schreibe, ist es fast unvorstellbar, dass Ceulan erst am letzten Montag losgeflogen ist. Er hat in dieser Zeit über 2.000 Meilen zurückgelegt, durchschnittlich 300 Meilen pro Tag. Ceulan verließ vor nur einer Woche ein feuchtes und windiges Wales und ist jetzt über der größten Wüste auf diesem Planeten – der Sahara. Irrsinnig erstaunlich.

Wenn Carlsberg Fischadler machen würde, würden sie Ceulan gemacht haben.




Viele Grüße von
Brit
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Senegal
Gepostet am 17-Sep-2012 von Emyr

Ceulan hat den Fluss Senegal erreicht. Er brauchte 5 Tage um von der Atlantikküste im Norden Marokkos die Wüste Sahara zu überqueren, eine Reise von über 1300 Meilen. Er hat wenig gefressen, wenn überhaupt etwas, während dieser Zeit. Wahrscheinlich ist der erfreulichste Aspekt von Ceulans Migration die Richtung, die er gewählt hat. Er scheint in geraden Zügen zu fliegen, niemals weg von der konventionellen Fischadler Migrations Route abkommend und sich „verirrend“. Die Ausrichtung seiner Wale – Senegal Migration hat ihm zweifelsohne geholfen dort in Rekordzeit anzukommen. Seine Migration war ohne Probleme, schnell und bilderbuchmäßig in der Ausführung.


Nach der Überquerung der größten Wüste der Welt, schauen die Dinge für Ceulan wieder grüner aus

Gestern Nachmittag, ‚hüpfte‘ Ceulan von einer Seite des Senegal Flusses auf die andere, geographisch sich zwischen Mauretanien und Senegal bewegend. Er ist nahe der Stadt Rosso, direkt am Fluss ungefähr 44 Meilen östlich der afrikanischen Atlantikküste. Ceulan ist nur 52 Meilen und 68 Meilen nordöstlich der letzten GPS Ortungen von Leri und Einion, beziehungsweise einige Flugstunden entfernt. Wenn wir nur mit ihm reden könnten.


15. und 16. September – wie lange wird Ceulan am Senegal Fluss bleiben?

Von all den unglaublichen vielen Daten, die wir von Ceulans Sender bekommen, wissen wir natürlich nicht, wie viel er gefressen hat. Ist er in anständigem Zustand nach seiner Marathon Migration? Jetzt ist er wenigstens an einem Ort wo er leicht an Futter kommen sollte. So viele fragen. Wie lange wird Ceulan dort bleiben? Sind dort noch andere Fischadler oder hat er, durch seine unglaublich rasche Migration nach Afrika alle anderen Fischadler überholt? Wenn er zufällig mit seiner Mutter Nora zusammenträfe– was würde passieren? Möchten wir so ein Zusammentreffen nicht zu gerne sehen…..?
Während das Dyfi Fischadler Projekt im August noch geöffnet war, haben viele Besucher gefragt, warum Ceulan immer um Futter bettelt? Er würde noch um Futter betteln, wenn er sogar eine 2 Pfund schwere Meeräsche in Krallen hielte, ohne Chance für jemanden ihm die weg zu nehmen!


Das wäre dann meines, danke..

Die Antwort liegt jetzt für alle auf der Hand. Seine Gefräßigkeit in Dyfi hat ihm gut getan, er hat sich für seine gewaltige Reise gemästet. Er wird dasselbe jetzt hoffentlich auch in seiner neuen Umgebung machen, nur muss er von jetzt ab seinen eigenen Fisch fangen.

Ich schreibe dies am Montagmorgen, 17. September. Ceulan startete genau am Montagmorgen vor zwei Wochen, am 3. September. Am Samstagnachmittag der folgenden Woche hat er den Fluss Senegal erreicht – eine 3.000 Meilen Reise in 12 Tagen. Nicht schlecht für einen Anfänger. Es ist schade, dass er die Olympiade versäumt hat, er hätte den Bolt um sein Geld laufen lassen.


Viele Grüße von
Brit
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Hiraeth
Gepostet am 16.09.2012 von Emyr

Genau vor zwei Wochen, Sonntagabend, war ich gerade dabei ein Fischadler Projekt für diese Saison abzuschließen und mich für eine weite Reise am nächsten Tag vorzubereiten. Ceulan machte genau dasselbe.

Am nächsten Tag, Montagfrüh um ca. 09:15 Uhr, fuhr ich gen Norden nach Schottland. Ungefähr 10 Minuten später um 09:26 flog Ceulan in Richtung S-Afrika davon.
Man versucht immer eine wissenschaftliche Sicht auf die Dinge zu haben, doch mit all den Prüfungen, Leiden und Zufällen in diesem Sommer, kommt man oft nicht umhin zu glauben, dass da andere Kräfte am Werk sind. Bis Sonnenuntergang an diesem Montagabend war ich 150 Meilen weg von Dyfi, genauso wie Ceulan.
Ceulan hatte seine Reise nach Süden, in besseres Wetter, begonnen und dorthin, wo er so viele gleichartige Vögel treffen kann. Ich fuhr in die entgegengesetzte Richtung, zum Castle Douglas, Dumfriesshire, um einen alten Freund zu treffen, Black 80.


Black 80 in 2006, 39 Tage alt. Kommt dieses Bild bekannt vor?

Tiere sind für viele von uns etwas Besonderes, einige Tiere mehr als andere. Black 80 ist ein männlicher Nachkomme des Glaslyn Fischadlerpaares die immer noch im Glaslyn Tal, nahe Porthmadog, brüten, etwa 30 Meilen entfernt vom Dyfi. Er schlüpfte am 20. Mai 2006 aus einer Dreierbrut – zwei Männchen und ein Weibchen. Seine große Schwester, Black 21, starb relativ alt, mit 43 Tagen, im Nest, wahrscheinlich wegen großer Hitze. Es war an diesem Tag um die 30°C.
Beide Brüder überlebten das flügge werden und Migrationsalter. Black 80 wurde im Alter von 52 Tagen flügge und begann 55 Tage später, am 4. September, seinen Vogelzug.



Black 80 wurde am 28. Juni 2006 als Küken beringt. Er wog gesunde 1460g (genau dasselbe wie Dulas im letzten Jahr)
Was Black 80 zu so einem besonderen Vogel macht, ist die Tatsache, dass er der erste Walisische Fischadler, jemals, war, der mit Sicherheit als Altvogel zurück nach UK gekommen war. Nach 2 Jahren, 2008, kam er zurück und wurde ein Revier innehabend gesehen und ein Nest nahe Threave Castle, einige Meilen westlich von Castle Douglas.


Threave Castle – der Name ist abgeleitet vom alten walisischen 'Tref', was Heim oder Stadt bedeutet. Eine weitere walisische Verbindung!
!
Black 80 hat 2008 nicht gebrütet, aber es gelang ihm ein Weibchen anzulocken. Beide Vögel kehrten im folgenden Jahr aus Afrika zurück und brüteten erfolgreich – sie zogen zwei Küken groß. Dasselbe Fischadlerpaar kam 2010 und 2011 zurück und zog weitere fünf Küken groß, jeweils drei und zwei.
Das Weibchen kam dieses Jahr nicht mehr zurück und alle Hoffnung wurde im Mai aufgegeben, dass Black 80, der wie üblich Ende März zurückgekommen war, 2012 brüten würde. Doch er brütete.

Am 11. Mai zeigte ein blau beringtes Weibchen Interessen an Black 80 und seinem Nest – was dann passierte brach alle Rekorde. Das Paar legte im Juni Eier (beispiellos in UK) und zwei Junge, ein Männchen und ein Weibchen, überlebten das harte Sommerwetter und wurde Ende August flügge. Eine Zeit, in der die meisten UK Fischadler sich auf den Weg in wärmere Gefielde machen. Sie waren tatsächlich mit ihrer Brut so spät dran, da0 an dem Wochenende, als die Jungen schlüpften ihre Tanten und Onkels in Glasly flügge waren!

So, was für eine Gelegenheit einen alten Freund wieder zu treffen, einen, den ich sechs Jahr lang nicht gesehen hatte. Spät an diesem Dienstag, als Ceulan in Frankreich ankam, entdeckte ich Black 80 in der strahlenden schottischen Abendsonne. Er hatte sich mir den ganzen Nachmittag entzogen, doch schließlich entdeckte ich ihn als eine Ganz direkt über seinen Kopf flog und er seine Position veränderte. Was für Gefühle, welche Emotionen. Durch den Sucher schauend war es schwierig die Kamera auf ihn zu konzentrieren.


Black 80, 04. September 2012. Auf den Tag genau vor sechs Jahren

Er sah genauso aus wie sein Vater. An der Brust und unter den Flügeln war er fast völlig weiß und er hatte so eine Art Semikolon Form als Kopfmuster auf seiner Krone. Während Ceulan über den Golf von Biskaya flog sah ich Black 80 am Mittwoch den ganzen Tag. Er schien eine gute starke Bindung mit seiner Partnerin zu haben und eine starke gesunde Familie.


Black 80 bringt eine Flunder zu seinen zwei Jungen und seinem Weibchen (Mitte)

Black 80 brachte an einem Tag 3 Flundern und zwei Grobfische zu seiner Familie.




Eines von den Jungen von Black 80 (ich denke das Männchen) ungefähr eine Woche nach dem flügge werden

Beide Jungtiere gewannen Vertrauen in ihre Flugkünste, doch eines, das Weibchen, sah viel geschickter aus als das andere. Sie könnte einige Tage vor ihrem Bruder ausgeflogen sein und etwas mehr Erfahrung gesammelt haben.


Die Glaslyn Enkel Bruder (links) und Schwester verfolgen sich um Threave Castle

Fortsetzung

Viele Grüße von
Brit
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Zuletzt bearbeitet: 27.09.12 17:21 von Brit


Teil 2

Der National Trust (Organisation für Denkmalpflege und Naturschutz) haben in Threave eine wundervolle Arbeit gemacht, ihre Fischadler den Besuchern zu zeigen. Es gibt einen Aussichtspunkt mit einem Volontär vor Ort, der alles über Black 80 und seine Familie erklärt, ein wunderschöner Spaziergang mit einem wirklich bequemen, modernen Versteck am Ende, grade 350 m entfernt vom Nest. Als ich an diesem Abend wegging, traf ich mich mit Karl Munday, den Ranger des National Trusts beim Threave Standort und wir hatten einen guten Plausch über Black 80 und Fischadler im Allgemeinen.

Nach dem Gespräch mit Karl, wurde uns klar, dass ein Stückchen in dem Puzzle immer noch fehlte. Keiner kannte die Ringnummer von dem neuen Threave Weibchen. Karl wusste, dass der Ring blau und am linken Bein war (demnach ein schottischer Vogel) doch keinem war es gelungen die Zeichen auf dem Ring zu entziffern. Ich beschloss einen weiteren Tag zu bleiben.


Ein Blick durch die Fotografien – ich konnte die detaillierten Zeichen auf dem Ring des Weibchens kaum erkennen. So frustrierend.

Donnerstag war ein verrückter Tag. Das kleine Café in Castle Douglas mit Internetverbindung zu finden und Ceulans letzte GPS Daten herunterladen, 6 Stunden zurück nach Wales zu fahren, doch zuvor versuchen und zwei Zeichen auf dem Ring am Bein herauszufinden, gerade mal einen Inch breit aus der Entfernung von einer Meile! Die lange Kameralinse die ich dabei hatte, half mir nicht dabei wenn das Weibchen nicht näher an mein Versteck heranfliegen würde. Es gab nur eine Lösung. Digiscoping!

Zwei Stative, ein Sitzsack, ein Teleskop und eine modifizierte Kompaktkamera mit allen Einstellungen auf Manuell. Richtige Einstellung, nicht auf die Bildqualität achten und es gelang, schließlich.


Ein verrücktes Foto entlarvte schließlich die Ringnummer des Threave Weibchens – Blue XC

Ich habe eine E-mail an Roy in Schottland geschickt um herauszufinden woher Blue XC stammt und wie alt sie ist. Vermutlich ist sie eine 3-jährige Schottin, so wäre 2012 ihre erste Brut.

Um diese Jahreszeit fällt es mir immer schwer. Jeden Tag während des Sommers mit den Fischadlern zusammen zu sein, kennt der wissenschaftliche Teil die #Chancen dieser Jungvögel zurück zu kommen in den kommenden Jahren. Man versucht sich nichts daraus zu machen und alles in Bezug auf Biologie, Statistik und natürliche Auslese zu erklären. Die Chancen, dass Ceulan 2014 zurückkommt betragen weniger als 50%. Tatsächlich liegt die Wahrscheinlichkeit, dass er überlebt und zurückkommt, bei ungefähr 30% und noch weniger dass er brüten und selbst Junge haben wird. Doch Black 80 hat es geschafft.

Ich weiß, dass Tausende von Menschen eine emotionale Bindung zu Ceulan aufgebaut haben, genauso wie wir hier in Montgomeryshire Wildlife Trust. Ein Glücksgefühl, dass er es bisher geschafft hat, doch auch ein überwältigendes Gefühl der Traurigkeit, da0 er weg ist, und mit all den Hürden, die vor ihm liegen.

Ich erinnere mich daran, dass vor vielen Jahren, Richard Burton einem amerikanischen Talkshow Gastgeben versuchte zu erklären, was das Word “Hiraeth” bedeutet. Selbst mit all seinen Kommunikationsfähigkeiten und Redefertigkeit glaube ich nicht, dass es ihm gelungen ist. Es ist etwas, was sich nicht gut in andere Sprachen übersetzen lässt. Es ist ein tiefes, herzliches Gefühl von Verlust, doch auch vielleicht etwas Optimismus dass, wen immer oder was immer man vermisst, eines Tages zurückkommen könnte.

Während ich schreibe, kommen gerade Ceulans GPS Daten für heute herein. Er hat den Senegal Fluss erreicht und er kam dort in weniger als zwei Wochen nachdem er Wales verlassen hatte, an. Er hat Wasser erreicht und er hat Nahrung erreicht, er hat sein gelobtes Land erreicht. Seine Umgebung hat sich plötzlich wieder in Grün verwandelt. Wenn ich irgendwie Richard Burton heute Ceulans Geschichte erzählen könne, wäre es ihm vielleicht eher möglich Hiraeth in einer anderen Sprache zu erklären.

Der Dreitage-Trip nach Schottland kostet £ 200. Der Peilsender auf Ceulans Rücken kostet £ 3,000. Das Gefühl Black 80 neulich das erste Mal nach sechs Jahren wiederzusehen, war unbeschreiblich, unbezahlbar, kann nicht in Kosten ausgedrückt werden. Die beste Erklärung von Hiraeth ist es Deinen jungen Fischadler als Altvogel in den folgenden Jahren heimkehren zu sehen. Ja, die Chancen stehen gegen Ceulan; ja, sie stehen nur bei 30 % oder so, doch wenn er es schafft und zurückkehrt, können wir ihn alle wiedersehen und das Gefühl teilen. Und es ist das beste Gefühl auf der Welt; ich weiß es, denn ich habe es gerade erlebt.


Hiraeth


Viele Grüße von
Brit
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Vier Monate alt
(gepostet 29. September 2012 von Emyr)

Jemand hat heute Geburtstag-. Genau vor 4 Monaten, am 29. Mai filmten wie dieses …

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=sXBo37XKNWg
die erste Mahlzeit – Ceulan ist der mit dem helleren Kopf

Es ist fast undenkbar, dass dies gerade erst vor 4 Monaten passiert ist, so viel ist seitdem geschehen. Das schlimmste Sommerwetter seit der Aufzeichnung, nach Afrika in Rekordzeit gezogen – gerade nur 12 Tage von Mitte Wales in den Senegal; kein Wunder, dass er es so eilig hatte. Verwechselt mit ‚Celebs‘ in der sonntäglichen Boulevardpresse. Bis heute ist er 3.500 Meilen geflogen.

Ceulan hat sich schnell in dieser Gegend, in der er seit 15. September, heute vor zwei Wochen, ist, niedergelassen. Zunächst bevorzugte er die Nordseite des Senegal Flusses (geographisch Mauretanien), doch seit letzter Woche oder so verbringt er mehr Zeit im Süden, im eigentlichen Senegal.



All diese Anhäufungen von GPS Punkten sind in einem Umkreis von ungefähr 10 Meilen von einem zentralen Punkt. Ich denke, man kann fairer Weise annehmen, dass Ceulan die Kunst des Fischens inzwischen meistert und dass er gut frisst angesichts seiner eher zurückhaltenden Bewegungsfreude in den letzten zwei Wochen.

Etwas hineinzoomen könnte Ceulans Vorliebe für die Südseite des großen Flusses erklären. Hier ist es viel weniger zugebaut da das meiste Land für Kulturpflanzen genutzt wird, meist Reis. Von viel größerem Interesse für Ceulan (er mag Äpfel, aber keinen Reis), scheint hier ein gut verbundenes Netzwerk von Wasserwegen durch das gesamte Gebiet sein. Einige von ihnen sind natürliche Nebenflüsse des Senegal Flusses und Lac de Guiers, sieben Meilen südlich. Einige sind vom Menschen gemacht und dienen als Bewässerungssystem für die Pflanzen. Zweifelsohne werden diese viel Fische enthalten.


Südseite – ein Netzwerk aus natürlichen und vom Menschen gemachten Wassterstra0en. Schaut, wie nahe Ceulan an diesen hock

So, nach der Ankunft in dieser, wie es scheint, günstigen Gegens, wie lange wird Ceulan hier bleiben? Die Regenzeit ist jetzt mehr oder weniger vorbei in diesem Teil Afrikas. Jetzt kommt die große Trockenzeit. Es wird bis zum nächsten Sommer nicht regnen.

Nur die Zeit wird es zeigen, doch für den Moment scheint es dem jungen Ceulan gut zu gehen und er hat einen guten Platz für diesen Teil seines Lebens gefunden. War es Harold Wilson der einmal gesagt hat „eine Woche ist eine lange Zeit in der Politik“? Vier Monate muss dann eine Ewigkeit für einen Fischadler sein.


Viele Grüße von
Brit
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360° Observatorium
(gepostet 24. September von Emyr)

Heute haben wir einige wundervollen Nachrichten mit Ihnen zu teilen.

Während der letzten zwei Jahre habe viele von uns beim Montgomeryshire Wildlife Trust hart hinter den Kulissen an einem ambitionierten und wegweisenden Projekt gearbeitet. Es nennt sich ‚Dyfi 360° Landschaft – für Menschen und Tiere“. Es ist eine £ 1.378 Millionen Initiative, die die Besonderheiten und Besucher-Attraktionen des Cors Dyfi Schutzgebietes, in dem das Dyfi Fischadler Projekt liegt, erweitern wird. Herz des Projektes wird ein neues 360° Observatorium als Aushängeschild von sieben m (23 Fuß) Höhe, das sich genau in der Mitte des Cors Dyfi Schutzgebietes befinden wird gerade mal 230 m vom Fischadlernest entfernt.
Heute können wir bekannt geben, da0 unsere Förderanträge erfolgreich waren und dass die Arbeit an dem Projekt sofort begonnen wird.


Klick-klick
Dyfi 360° Observatorium

De ‚Dyfi 360° Landschaft – für Menschen und Tiere“ Initiative wurde von Grund auf entwickelt, von Leidenschaft, Verlangen, Verantwortung und Anerkennung angetrieben.

Leidenschaft um eine natürliche und untrennbar miteinander verbundene „Lebendige Landschaft“ für Mensch und Tier am Leben zu erhalten und zu gedeihen und ein sicherer Platz wo Menschen lernen können, Vertrauen aufbauen können und inspiriert werden.
Antwort auf das Verlangen der örtlichen Gemeinde und von Besuchern mehr zu bieten als wir es im Moment tun.
Anerkennung, dass Cors Dyfi das Potenzial hat, eine wichtige Bildungsquelle für örtliche Schulen, die Aberystwyth Universität zu werden.

Die Finanzierung der 360° Initiative wird aus zwei hauptsächlichen Quellen kommen. Der Heritage Lottery Fund gewährt £ 928,000 und ERDF Gemeinschaft und Natur Projekt finanzieren £ 228,500. Der Rest wird aus Volontärzeit, wie in Sachleistungen (£ 195.000) Country Side Council für Wales (£ 27.000).


Wir freuen uns – auf eine aussichtsvolle Zukunft.

Rund die Hälfte des Zuschusses wir für das 360° Observatorium ausgegeben und die Promenade dorthin aus dem Besucher Zentrum. Die Entstehung des neuen 360 Observatoriums war natürlich vom Dia Fischadler Projekt inspiriert- Ungefähr 140.000 Menschen haben das Projekt besucht, seit wir 2009 geöffnet haben und jedes Jahr haben wir diese Besucher über ein Besucher-Abfrage-Formular (danke , wenn sie einer von den Tausenden sind, die eines ausgefüllt haben) gefragt, was sie von diesem Projekt mehr sehen möchten.

Zusätzlich wurden über 150 Leute, Organisationen und Einrichtungen der Gemeinschaft konsultiert. So, begründet durch das Feedback das wir von den Besuchern, Volontären und der Kommune bekamen war die Idee für das 360° Observatorium geboren.

Warum nennt man es 360° Observatorium? Dafür gibt es drei hauptsächliche Gründe:

1. Die Aussicht. Dies wird kein Vogelversteck auf Stelzen sein. Wir werden in der Lage sein, alles rundum zu sehen, einen 360° Panorama-Ausblick durch den man Monty und Nora im Flug durch das Schutzgebiet sehen kann, den Dia Fluss und den Snowdonia Nationalpark. Wir werden Monty beim Fischen sehen – wie fabelhaft wird das sein! Wir werden auch andere Vögel sehen können – Wildgeflügel, Watvögel, Rohrweihen, Drachen, Eulen, Grasmücken, Ziegenmelker, Zugvögel. Und das alles mit einer 360° Aussicht mit hervorragenden optischen Geräten und einer Person, die da ist zu helfen und zu erklären was man sieht und sucht. Aus Walisisch und Englisch.
2. Es geht nicht nur um die Fischadler und anderen Vögel. 360° bedeutet die ganze Natur – die Pflanzen und die Tiefe die auf Cors Dyfi und darüber hinaus gedeihen. Es ist wichtig zu verstehen, dass Tiere und Pflanzen nicht isoliert leben, sie sind alle in unterschiedlicher Abhängigkeit voneinander Die Umschau in großer Höhe macht es uns möglich die Ökologie des gesamten Ökosystems rund um das Observatorium in fantastischen Details zu fokussieren, was uns letztlich hilft besser zu verstehen
3. Genauso wie Pflanzen und Tiere nicht voneinander isoliert leben, existiert die Tierwelt nicht als alleinstehende Einheit. Wir werden unsere Aufmerksamkeit auf die Geographie und Geologie des Dyfi, der Geschichte dieses einst riesigen schiffbaren Flusses, der Kultur und der walisischen Sprache, Bildung, Kindern, Kommunen, sozio-ökonomischen Vorteile für dieses Gebiet und Tourismus richten. Wir werden mehr und größere Möglichkeiten haben, Menschen zu kontaktieren mit besseren Interpretationen und Technik im Vordergrund. Wir verwenden Kameras, Mikrophone, neue Netzwerk-Technologien, das Internet, bessere Bebilderung du soziale Medien um Menschen mit diesem Projekt auf der ganzen Welt zu verbinden. Schließlich kann kein 360° Projekt fünf Monate im Jahr geöffnet sein, wie wir es jetzt haben. Wir werden 12 Monate des Jahres öffnen.


Kannst Du mich sehen? Rötelmaus auf Cors Dyfi

Fortsetzung



Viele Grüße von
Brit
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Zuletzt bearbeitet: 01.10.12 14:02 von Brit


Teil 2

Das ‚Dyfi 360° Landschaft – für Menschen und Tierwelt Projekt‘ wird auch vier neue Arbeitsplätze finanzieren, einschließlich eines Learning Officer und einen Conservation Officer für Cors Dyfi. Diese neuen Posten werden uns viel mehr Möglichkeiten eröffnen, als wir jetzt haben und größere und bessere Verbindungen zur Bildung und Universitäten, Gemeinden und der Tierwelt selbst natürlich. Cors Dyfi ist auch in der Dyfi Biosphäre, Wales nur in der UNESCO Biosphären Reservat Bezeichnung ein „besonderer Ort, wo die Erhaltung und zukunftsfähige Entwicklung Hand in Hand gehen“.


Die Dyfi Biosphäre


Volontär Heather deutet für Ffion, einer jungen Besucherin, auf ein Fischadlernest. Erklärungen bedeuten viel mehr als Poster an der Wand.

Ich denke, es ist fair zu sagen, dass wir alle hier am Montgomeryshire Wildlife Trust ziemlich aufgeregt sind. Zwei Jahre Träume, Hoffnungen und viel harte Arbeit sind dabei in die Realität umgesetzt zu werden. Viele Observatorien, die jetzt im Gebrauch sind um Vögel und andere Wildtiere zu beobachten fingen als etwas völlig anderes an – Leuchttürme, Gebäude, Stellwerke. Das 360° Observatorium wird von Anfang an mit Schwerpunkt auf Menschen und Tierwelt gebaut. Eine Kultstätte zu kommen, zu sehen und zu lernen und sich mit der Tierwelt in UK zu beschäftigen.

Schließlich danken wir allen, die dies ermöglicht haben, besonders den Jungens am Heritage Lottery Fund, den Gemeinden und Natur, die so hart mit uns während der letzten zwei Jahre gearbeitet haben. Diolch yn fawr.

Monty und Noras Nest ins ungefähr 9 m hoch. Steht man im 360° Observatorium wird ihre Augenhöhe in ca. 9 m Höhe sein – wir können direkt ins Nest auf gleicher Höhe, wie die Fischadler sind, schauen. Das ist doch Cool!


Wie hoch ist ein Fischadlernest? Fragt den vierjährigen Owain, er weiß es, doch wir alle werden es ab nächstem Jahr wissen.


Viele Grüße von
Brit
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Zuletzt bearbeitet: 16.10.12 08:24 von Brit
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