* Dyfi Fischadler Projekt *

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Thema: Fischadler – Dyfi - Montgomeryshire - WALES


Sechs Wochen heute
(gepostet 15. Oktober 2012 von Emyr)

Heute vor sechs Wochen flog Ceulan von Dyfi weg, die Temperaturen waren, als er losflog 13^C. Die Temperaturen, wo er sich heute aufhält, unmittelbar südlich des Senegal Flusses, sind 34°C. Ein Unterschied!

Hier war Ceulan letzte Nacht…

VIDEO
Ceulan – sechs Wochen

Ceulan kam in diesem Gebiet genau vor einem Monat an – am 15. September. Am Anfang bevorzugte er die Nordseite des Flusses (geographisch Mauretanien), jetzt scheint er sich auf der Südseite wohl zu fühlen – geographisch Senegal. Er scheint auch nach einem Muster vorzugehen: fischen und Fressen während des Tages an den Nebenflüssen und Bewässerungskanälen des großen Flusses und dann die Nacht fünf Meilen südlich verbringen.



Nahezu keine Veränderung während eines ganzen Monats ist sicherlich ein positives Zeichen. Ceulan muss gut fischen und fressen können, andernfalls wäre er längst weitergezogen.

Nach einem Monat Senegal Fluss unter seinem Gürtel , was kommt als nächste? Man beachte, daß er sich kaum auf den großen Fluss selbst gewagt hat, was an seine Brüder und Schwester letztes Jahr um diese Zeit erinnert. Zweifellos haben eingesessene erwachsende Fischadler hier weite Reviere inne und werden gute Fischereiplätze verteidigen sowie ihre Sitzstangen (wie einige Fischer).

Genau wie wire s letztes Jahr beobachtet haben, die kleineren Wasserarme werden in den kommenden Monaten austrocknen, wenn die Trockenzeit wirklich einbricht. Ceulan muss dann woanders hinziehen. Doch wie weit und wohin?

Die Zeit wird es zeigen, doch im Moment waren die ersten sechs Wochen ein Zug wie im Bilderbuch ohne Furcht und Sorgen entlang des Weges. Der Sender arbeitet gut und sendet alle 2 Tage Daten, wie er sollte. Rundum alles positiv und möge es lange Zeit so bleiben.


Nach sechs Wochen sieht Ceulan gut aus …


Viele Grüße von
Brit
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Fischadler Dreieck
(gepostet 04. Nov. 2012 von Emyr)

Ceulan ist immer noch am gleichen Platz wo er die letzten paar Wochen war – unmittelbar südlich des Senegal Flusses, ungefähr 40 Meilen landeinwärts von der Atlantikküste. Er kam hier vor sieben Wochen an nach seiner unglaublichen Reise von 12 Tagen vom Dyfi und er hat sich kaum bewegt!

Mitte Oktober hat er seine Flügel etwas ausgebreitet um einen kurzen Rundflug um den Lac de Guier, ein Ausflug der ihn zwei Tage kostete. Ansonsten scheint Ceulan seinen derzeitigen Standort zu bevorzugen, da es vermutlich keinen Grund gibt um weiter zu fliegen.


Nach drei Monaten ununterbrochenem walisischem Regen bin ich jetzt hier.

Ceulan ist nicht der einzige Fischadler der alle Vorteile des Senegal Flusses nutzt. Unsere Kollegen vom Scottish Wildlife Trust verfolgen zwei ihrer jungen Fischadler von diesem Jahr, zwei Buben aus verschiedenen Nestern. Blue 44 ist vom Loch of the Lowes Nest und befindet sich derzeit im Süden Frankreichs – wird er dort bleiben?

Wir wissen von den Ringablesungen und den Sendern dass einige Fischadler nicht den ganzen Weg nach Afrika auf sich nehmen. Einer der Fischadler von Roy Dennis besendert fliegt gerade mal nach Südspanien.

Der andere Fischadler der vom Scottish Wildlife Trust besendert wurde, ist jedoch bemerkenswert nahe bei Ceulan. Blue YD ist gerade mal 45 Meilen flussaufwärts von Ceulan entfernt und vor einigen Wochen, am 20 Oktober war er buchstäblich nur einige Felder von ihm (siehe Karte) entfernt. Haben sie sich gesehen?

Ein weiterer Fischadler 2012 von Roy besendert, ein Weibchen namens Fiddich, ist im Moment unmittelbar südlich des Lac de Guier, ziemlich in der Nähe von Ceulans südlichstem Ausflugspunkt während seiner See Exkursion. Ceulan, Blue YD und Fiddich sind alle in einem Dreieck 50 Meilen voneinander entfernt, nur einige Stunden Flugzeit voneinander entfernt. Wie erstaunlich.

Hätten Sie keine Lust einfach eine Woche im Senegal mit einem Teleskop zu verbringen und einer anständigen Kamera und einem Land Rover?


Viele Grüße von
Brit
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Zurück von den Toten
(posted 14, Nov., 2012 von Emyr)

Um diese Zeit letzte Woche kamen Ceulans (jetzt) vier Tage Datensatz herein. Abgesehen von einem kurzen Ausflug um den Lac de Guiers, hat sich Ceulan in einem Gebiet nahe der Stadt Rosso niedergelassen, am Senegal Fluss, seit er hier am 15. September (er hat ‚Dyfi erst am 3. September verlassen – kann ich immer noch nicht glauben) angekommen ist. Am 5. November hat er jedoch beschlossen sich zu bewegen. Daran war nichts Ungewöhnliches, im ersten Jahr neigen Fischadler dazu mehr herumzuziehen als Altvögel da sich ihr Umfeld ändert.

Was bedenklich machte, war die Tatsache, dass in den letzten sieben Stunden die Daten die hereinkamen alle von genau demselben Fleck kamen. Wenn sie nicht schlafen ist es sehr ungewöhnlich für Fischadler auf genau demselben Fleck sieben Stunden lang und mehr zu bleiben. Das war von 10:00 bis 17:00 Uhr.


Am 5. November startete Ceulan flussaufwärts in Richtung Osten

Dann kam das qualvolle Warten auf die nächsten Daten am Samstag.

Dank Paul und anderen auf Facebook stellten wir fest, dass der Punkt auf dem Ceulan gesessen hat ein Hochspannungsmast war – und noch dazu ein großer. War Ceulan dort hineingeflogen oder wurde er durch einen Stromschlag getötet?
Die Daten vom Samstag würden uns darüber aufklären.


Der riesige Hochspannungsmast nahe dem Senegal Fluss bei der Stadt Dagana

Die Daten kamen am Samstag sehr spät herein. Unsere schlimmsten Befürchtungen bestätigten sich – vier ganze Tage lang zeigte Ceulans Peilsender an, da0 er sich nicht bewegt hatte, alle GPS Punkte waren, mehr oder weniger, am selben Ort. Er war immer noch am selben Fleck an dem er am 6. November diese sieben Stunden war, am Hochspannungsmast, nur dieses Mal waren es vier ganze Tage lang.


Wann immer wir diese Art von GPS Punkte Netz Muster sehen bedeutet es immer ein Ding

Es sah aus, als ob Ceulan umgekommen wäre. Was sonst hätte diese Art von Daten ausdrücken können?
Zwei Dinge ließen ein ganz klein wenig Hoffnung. Die erste war, dass die aktiven Ablesungen des Peilsenders anzeigten, dass er sich normal bewegte (für jeden Ortungspunktsendet er eine Zufallszahl die sich verändert, wenn der Peilsender sich bewegt; erzeugen der genau gleichen Nummer über einen längeren Zeitraum bedeutet, dass er sich nicht bewegt). Der zweite, wenn auch schwache, Hoffnungsschimmer war, das Ceulans Peilsender anzeigte, dass er in zwei verschiedenen Orten (16.53233 -15.52533 und 16.53217 -15.5253) war, obwohl diese nur 18 m auseinander waren, wohl innerhalb der Fehlergrenze was erklären könnte, dass es in Wirklichkeit nur einen Standort gab. Ich konnte nicht aufhören darüber nachzudenken denn – wenn Ceulan am Leben war, warum würde er dann hin und her von einem Punkt zum nächsten, grade mal 18 m entfernt, fliegen?

Dann am späten Samstagabend dämmerte es mir. Schauen Sie noch einmal das Foto vom Hochspannungsmast an – sehen diese beiden Zinken an der Spitze nicht aus als ob sie 18 m auseinander sein könnten?

Doch es sah nach wie vor hoffnungslos aus. Wenn die GPS Punkte akkurat waren und er immer noch lebte, wie ging Ceulan auf Fischjagd und fraß? Ja, die GPS Punkte kommen nur stündlich herein, doch könnte Ceulan auf Fischfang gehen, seine Beute fangen und auf genau denselben Mast zurückkehren bevor der Zeiger wieder auf 1 Uhr stand?

Dann am Sonntagmorgen wieder ein Hoffnungsschimmer. Da das Datenfenster am Samstag spät öffnete waren einige Punkte zurückgehalten und erst gesetzt, als das Fenster geschlossen war (und man bekommt keine Benachrichtigung wann das sein wird – man drückt nur auf aktualisieren bis nichts mehr geschieht oder bis man einschläft). Drei weitere Punkte kamen über Nacht herein – und die waren neun Meilen entfernt von dem Hochspannungsmast. Außerdem waren sie vom 8. November, Donnerstag, zwischen 10:00 und 12:00 Uhr. Sicherlich könnten das keine Fehler sein so weit weg von den anderen Punkten?


Späte Erzielung von Punkten – einer Richtung Nordwesten 1.6 Meilen entfernt, und drei aus 9 Meilen Entfernung. Sieht besser aus.

Die letzten der drei Punkte um 12:00h waren direkt über dem Wasser und hatten eine schnelle Auslegung – 8mph in einer Höhe von 30 m. Perfekt für einen fischenden Fischadler.

Das völlig undenkbare war denkbar, nun, wieder denkbar. Wenn Ceulan am Leben war, und der Peilsender die ganze Zeit akkurate Daten sendete, wie wäre Ceulans sesshaftes Verhalten all die Zeit erklären? Ich begann mir die aktuelle Ortung genauer anzuschauen, von der der Peilsender uns sagte, dass Ceulan war.

Die meisten der Punkte von Ceulan kamen aus dem mittleren Hochspannungsmast im Bild unten. Diese Maste befördern Strom vom Manantali Wasserkraftwerk über Mali und Senegal.


Hochspannungsmaste, 400 m entfernt in West-Ost Richtung

Bei näherer Betrachtung der Daten schien Ceulan auf einem dieser Hochspannungsmasten geruht zu haben (eigentlich sollte es der nächste, rechts im Bild, sein), am 5. November und dann am 6 November um 07:00, 08:00 und 09:00, der saß auf dem Mast rechts im Bild. Mitte des Morgens war Ceulan am nächsten Mast in der Reihe – der in der Mitte der Karte, und dort blieb er! Man kann das auf Google Earth sehen.

Während dieser Zeit das das Wetter dort sehr heiß. Tatsächlich könnten die steigenden Temperaturen seine ursprüngliche Entscheidung zur Bewegung erklären. Waren die Wasserkanäle wo er anfing zu trocknen? Kamen Menschen en masse aus den Feldern um ihren Reis zu ernten und störten ihn? Die Daten die von Ceuland Peilsender kamen zeigten auch sehr hohe Temperaturen an.


Rosso Wetterstation – Temperaturen steigen am 7. November über 40°C bevor sie auf normalere zurückgingen.

Fortsetzung

Viele Grüße von
Brit
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Teil 2

Jetzt die guten Neuigkeiten. Das Fenster heute öffnete sich und genug Punkte sind bisher hereingekommen um uns wenigstens etwas zu sagen. Ceulan lebt und er bewegt sich.



Es sieht so aus, als wäre er von seinem Lieblings Mast irgendwann am Sonntag oder frühen Montag (11. Und 12. November) zurückgeflogen zu seinem üblichen Streifgebiet, 20 Meilen flussabwärts unmittelbar südlich von Rosso. In diesem Gebiet ist er Montag und Donnerstag herumgezogen. Der letzte Punkt den wir von ihm haben ist der der auf der Karte um 15 Uhr gestern hervorgehoben ist. Er scheint sich Richtung Osten zu bewegen, zurück flussaufwärts! Wurde er wieder gestört?

Ich betone, dass das Fenster noch nicht geschlossen ist zu diesem Datensatz. Wenn noch irgendwelche gravierenden Abweichungen zu den GPS Punkten hereinkommen, werde ich später noch ein Update hinzufügen. Wenigstens für den Moment reicht es zu sagen, dass man wieder durchatmen kann.

Ich möchte mich bei allen Menschen bedanken, die mir geschrieben haben und Hilfe und Vorschläge brachten in einem Versuch herauszufinden, dass mit Ceulans Peilsenderdaten während der letzten sieben Tage geschehen sein könnten, ganz besonders an Tiger und Paul. Was für eine fantastische Art und Weise wissenschaftliche Daten zu entschlüsseln, buchstäblich mit Leuten aus der ganzen Welt die ihre Auslegungen und ihre Fachkompetenz angewandt haben um eine Erklärung zu finden für einige verwirrende Daten. Bürger Wissenschaft vom Feinsten.

Der Peilsender hat überhaupt nicht versagt. Viele von uns tragen die Schuld, mich eingeschlossen, die den wissenschaftlichen Geräten die Schuld geben wenn die Daten die sie liefern nicht zu dem passen, was wir erwarten. Wir lernen weiter vom Peilsender und natürlich von Ceulan. Jedes Mal, wenn wir Daten bekommen verstehen wir mehr von der Ökologie der Fischadler, und dem Fischadler Zug, möge das noch lange so bleiben. Und wie immer im Leben und in der Wissenschaft, je mehr wir etwas verstehen, umso besser sind wir letztlich in der Lage Probleme im Zusammenhang mit diesem „Etwas“ zu beheben. Oh Mann, haben wir noch große Probleme mit der weiteren Verfolgung von Fischadlern.

Es war eine schlimme letzte Woche. Nägel gekaut, Haare noch grauer, stundenlang vor dem Computer beim Versuch herauszufinden was passiert. Mit den sengenden Temperaturen und den schwierigen Zeiten vor ihm, ist Ceulan bei weitem nicht aus dem Gröbsten heraus, aber für den Moment scheinen die Nachrichten gut zu sein.

Zurück von den Toten? Naja, wahrscheinlich nicht, aber kommt es Ihnen nicht auch so vor, dass dieser kleine Vogel irgendetwas ganz Besonderes an sich hat?





Viele Grüße von
Brit
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Die Suche geht weiter
(gepostet 25. Nov. 2012 unter Einion von Emyr)

Richard Page, Ozeane Kämpfer für Greenpeace International, kontaktierte mich vor einigen Wochen. Er hatte einige Monate frei, plante und dachte daran zur Vogelbeobachtung nach West-Afrika zu reisen. Nicht nur das, er fragte, ob er eine Hilfe sein könnte im Auffinden von einem der 2011 besenderten Dyfi Fischadler!

Ich erklärte Richard die Situation bezüglich Einion und schickte ihm dessen letzten Koordinaten, einschließlich des allgemeinen Bereiches in dem er seit Mitte Februar war. Einions letzter GPS Ortungspunkt wurde uns am 22. Juli um 14 Uhr geschickt. Er war seit über fünf Monaten in demselben allgemeinen Gebiet an einer Küste 13 Meilen südlich von St. Louis.



Die Karte unten zeigt alle GPS Positionen von Einion ab Mitte Februar bis zum 22. Juli. Die großen Punkte-Säulen, die man sehen kann, zeigen die Lieblings-Sitzplätze die Einion hatte; diese wird er zum Fressen, Ruhen und Beobachten genutzt haben.



Richard fand Einion nicht, aber sein schriftlicher Bericht seiner Suche sorgt für eine faszinierende Lektüre. Die folgenden sind Auszüge aus Richards Tagebuch seiner Westafrikanischen Reise, die seine Suche nach Einion betreffen …

Kleine Begegnungen dieser Art sind die unerwarteten Freuden des Reisens in Afrika, doch bevor wir in den Senegal reisten, hatten wir uns einer klaren, der Tierwelt verwandten, Mission gestellt, um nach Einion, einen der drei jungen walisischen Fischadler die 2011 durch das Dyfi Fischadler Projekt in Zusammenarbeit mit der Herbstbeobachtung von BBC, mit einem Satellitensender ausgestattet wurden, zu suchen. Stas und ich hatten zusammen mit Freunden das öffentliche Beobachtungszentrum , von dem aus man das Dyfi Nest überblicken kann, unmittelbar vor dem Schlüpfen der drei Eier in diesem Jahr besucht. Wir waren sehr beeindruckt von der Arbeit die das Dyfi Fischadlerprojektes hineingesteckt hat, um Fischadler anzulocken in dem künstlichen Nest zu brüten, das sehr natürlich gestaltet wurde, indem es mit weißer Farbe bekleckert wurde, und die Art wie das Mitarbeiter Team und Volontäre das öffentliche Informationszentrum und Versteck aufgebaut hatten. Vor mehr als zwanzig Jahren habe ich für das walisische Büro des RSPB gearbeitet und hin und wieder wurde von einem Fischadler berichtet, der durch diese Gegen kam. Die Hoffnung war immer, dass nach den Jahrzehnten der Verfolgung dieses prächtigen Vogels er einmal wieder in Wales brüten würde. Deshalb war es für mich eine besondere Freude, als ich hörte, dass wieder Fischadler in Wales brüten.

Eionions Geschichte wird so wunderbar auf der Webseite des Dyfi Fischadler Projektes erzählt und seine Reisen wurden bis zum 22. Juli diesen Jahres aufgezeichnet. ZU diesem Zeitpunkt war sein Standort südlich von St. Louis im nördlichen Senegal an der Lagune die das Festland von La Longue de Barbarie trennt. 2000 ha sandige Landzunge die quer über die Mündung des Senegal Flusses verläuft. Nach dem 22. Juli fiel die Spannung seines Senders und das Gerät sandte keine GPS Daten mehr. Die könnte, so vermutet Emyr Evans vom Projekt, deshalb sein, dass die kleine Solarzelle, die das Gerät lädt, sich, als Folge der Mauser, vielleicht mit Federn bedeckt haben und der Sender so nicht mehr arbeitete. Als ich mit dem freundlichen Waliser kurz vor meiner Abreise nach Senegal spracht, war Emyr optimistisch dass wir Einion finden könnten, und sehr froh, dass wir auf die Suche nach ihm gingen. Obwohl ich kein fachmännischer Vogelbeobachter bin, sind Fischadler leicht zu erkennen und mit einem Fernglas sollte es möglich sein, die Antenne des Senders zu sehen, oder vielleicht, wenn wir großes Glück hatten, den blauen Ring an seinem Bein. So schien, bewaffnet mit Einions GPS Koordinaten und den Link zu den Google Karten, die seine Bewegungen auf dem neuesten Stand zeigten, und der Erfahrung eines in Frankreich geborenen Vogelbeobachters, Frederic, ansässig nahe St. Louis, der in der Vergangenheit geholfen hatte walisische Vögel zu finden schien die „Operation Einion“ nicht so ein Hirngespinst zu sein, um zu versuchen, den vermissten Fischadler zu finden ……

Einige Stunden später, zurück im Hotel, in Betrachtung des grau, grünen Wassers des Senegal Flusses, zusammen mit der Willkommensbrise waren meine Erwartungen in eine erfolgreiche Operation Einion sogar noch größer.

An einer Flasche Flag Bier nippend und die Blues Melodien des Hotel Stereos genießend, schaute ich über den Fluss. Der Fluss war nicht so unterschiedlich zu dem wie ich mir vorstellte das der breite Mississippi an manchen Stellen aussieht und so schien die Musik völlig zu passen, und wie wir alle wissen, hat der Blues seinen Ursprung in West-Afrika.

Fortsetzung

Viele Grüße von
Brit
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Teil 2

Operation Einion schien uns eine eher gemächliche Expedition zu sein mit unserem vertrauenswürdigen Führer und Fahrer zu einer eher zivilen Zeit von neun Uhr am Morgen nach dem Frühstück. Während wir an der Küstenstraße aus St. Louis herausfuhren, hielten wir an, um von einem Straßenhändler eine Wassermelone zu kaufen und die schnell austrocknenden Lagunen auf beiden Seiten für Fischadler und andere Vögel zu schauen. Kormorane sitzen auf den festgemachten Pirogen und auf einer Sandbank sehen wir drei graue Pelikane, die andere Art die man in dieser Gegend findet. Um den Rand vieler dieser Lagunen sind mehrere konische Haufen von Salz, bedeckt mit Teilen von Säcken und anderen Ablagerungen. Frauen sammeln das Salz, das örtlich für Kochen und Haltbarmachen von Fisch benutzt wird. Ich habe ähnliche Haufen entlang der Ost-Küste von Indien gesehen.

18 km südlich von St. Louis hielten wir im Fischerdorf Mouit. Unter einem großen Baum (einem Bantaba Treffpunkt) hatte eine Gruppe Frauen, gekleidet in leuchten farbigen Kleidern Artikel zum Verkauf ausgelegt und waren fröhlich am Plaudern. Dieselbe Szenerie kann in unzähligen Dörfern Afrikas gesehen werden und es hat nie aufgehört mich zum Lächeln zu bringen.

Wir laufen durch das Dorf, hielten an, um den Anblick eines Nashornvogels zu genießen. Oft im Flug aus einem Bus- oder Taxifenster gesehen, erinnern mich die Nashornvögel immer an die Balsaholz Flugzeuge meiner Kindheit, mit dem Metallgewicht, dass man an der Nase in der richtigen Position anbringen musste um das Gelichgewicht genau richtig zu bekommen.

Fünf Minuten später sind wir an den Ufern der Lagune, mit Blick auf das von Palmen gesäumte gegenüberliegende Ufer. Zwei kleine Jungen wechseln sich mit einer kleinen stumpfen Sichel ab, um eine Handvoll Gras abzuschneiden, das sie in einen Sack stecken. Das Gras ist, um das Schaf oder die Ziege zu füttern, die beim kommenden Tabaski Fest geschlachtet und aufgegessen wird.

In die Lagune zu tuckern dauert es nur Minuten, bevor ich einen Greifvogel am toten Strand am Ufer des Festlandes ausmache. ‚ Balbuzzard pecheur‘ sagt Yakyha. Ich war nicht sicher, aber nachdem ich ihn durch das Fernglas gesehen hatte, war es klar, dass wir schon unseren ersten Fischadler gesehen hatten. Obwohl die Silhouette gegen die Morgensonne war, kann man den Vogel nicht verwechseln, es war ein Fischadler mit dem Federn im Genick die den Nackenbüschel bilden. Das wird bestätigt, wenn er losfliegt.

Ich frage mich, ob es ein gutes Omen ist, oder vielleicht wird dies der einzige Fischadler sein, den wir den ganzen Tag zu sehen bekommen? Die Sonne brennt auf uns herab und kleine Fische springen im Wasser. Ich bewundere eine Zwergseeschwalbe wie sie nach Fischen taucht und denke dass es ein Tag werden wird, an dem das Leben einfach ist.

Wie es der Zufall will, haben wir auf den zweiten Fischadler des Tages eine weitaus bessere Sicht. Niedergelassen auf einem Schild auf einer Insel, mitten in der Lagune, die in der Saison eine Oase für Möwenkolonien ist, können wir diesen Vogel und seine charakteristischen Markierungen, einschließlich der dunklen Augenstreifen bewundern. Welch fantastischer Anblick und wenn dieser Vogel mit einem Satellitensender ausgestattet wäre, wäre ich sicherlich in der Lage gewesen die Antenne auszumachen.
Wir reisten weiter nach Süden und suchten die Bäume nach mehr Fischadlern ab, versuchten uns nicht von den anderen Vögeln ablenken zu lassen, einem Paar spindeldürrer Purpurreiher, einen Graufischer, der das Wasser absuchte und ein Brachvogel, der mit seinem traurigen Ruf eher an kalte regnerische Tage erinnert, - in denen ich, in meinem zerrissenen Barbour, über Moor und Watt wanderte, - nicht an hellen Sonnenschein.

Eine weitere Insel mit einigen hohen Bäumen erweist sich als Zentrum von Fischadlern. Ich entdecke einen Fischadler und Yakhya deutet auf weitere zwei Bäume zur Rechten. Es stellt sich heraus, dass sich dort tatsächlich entweder vier oder fünf Vögel niedergelassen haben, in unmittelbarer Nähe zueinander. Als wir uns nähern, fliegt einer davon und wir beobachten wie er uns umkreist. Unsere Sicht ist gut genug für mich, um festzustellen, dass das ein Jungvogel ist, mit seinen unverwechselbaren Farben.

Und so geht es weiter, während wir langsam, unsere Fahrt am Ufer der Landzunge fortsetzen. La Langue de la Barbarie ist ein Nationalpark, vollständig geschützt, und somit eine sichere Umgebung für die vielen Vögel die es dort als ihr Zuhause für einen Teil oder das ganze Jahr gemacht haben.

Wir sahen drei weitere Fischadler während wir langsam durch die Vegetation fuhren. Einer ist so nah, dass ich seine Beine deutlich sehen kann und entdeckt hätte, wenn er beringt gewesen wäre. Ich hatte ihn gerade voll im Blick, als ein Handy klingelt, der Fischadler das übel nimmt und mit flachem aber kräftigem Flügelschlag davonfliegt und seine Krallen einen Moment das Wasser berühren.

Schließlich wird nach einigen Stunden oder so, vorgeschlagen, dass wir direkt auf der La Longe de Barbarie landen um Picknick zu Mittag machen. Wir werden zu der üblichen Stelle gebracht und machen uns auf den Weg, paddelnd durch die warmen Untiefen, ans Land. Das ‚Orchester‘ von kleinen Winkerkrabben flitzt zurück in ihre Höhlen, als wir vorbeiziehen und Heuschrecke nach Heuschrecke springt vor uns auf als wir uns einen Weg zum Schatten unter einem Baum bahnen. Auf dem Weg können wir das Schlagen der Brandung der Meeresküste hören. Stas und ich werden eingeladen den Strand zu erkunden, während ein bescheidenes Feuer angerichtet wird. Der weiße Sandstrand erstreckt sich über Meilen und wird nur durch die Masse an Plastikmüll getrübt, Millionen von undefinierbaren Teilen von Müll, kaputte Eimer, und Gewirr von verlorenen Fischernetzen und alte Sandalen. Plastikmüll ist ein riesiges Problem im Senegal und Yakhya bemerkt, dass sogar die Studenten die gelegentlich zum Picknick auf die Insel kommen, ihren Müll nicht wieder mitnehmen. Es ist eines der vielen Probleme die größerer ‚Sensibilisierung‘ bedürfen – ein Wort das oft von meinen Greenpeace Kollegen und anderen benutzt wird – bevor ein wirksamer Aktionsplan entwickelt werden kann um das Problem anzugehen.


Fortsetzung 2

Viele Grüße von
Brit
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Zuletzt bearbeitet: 29.11.12 09:20 von Brit


Teil 3

Nach einem feinen Mittagessen mit gebratenem Fisch mit leckeren Zwiebeln und Zitronensauce, gefolgt von einer Kanne leichtem ataaya Tee für Touristen, habe ich Zeit über einen außerordentlichen Morgen nachzudenken

Wir haben Einion nicht gefunden, aber ich kann nicht kategorisch ausschließen, dass wir ihn gesehen haben. Unsere Suche war nicht systematisch und es wäre gut gewesen, die gesamte Strecke der Lagune in Richtung Süden und Norden einige Tage lang abzusuchen. Was ich weiß ist, dass die friedliche Lagune auf der geschützten Seite von La Longue de Barbarie ein großartiger Ort für einen heranwachsenden Fischadler ist, um bei viel Fisch herumzuhängen um genügend Energie aufzubauen für die weite Reise zurück zu dem gleichermaßen besonderen, doch palmenlosen Ort des Lebensraumes der Flussmündung Mitten in Wales.“



Einion

So, das war’s, das Geheimnis bleibt.

Lassen Sie mich noch einmal meine Gedanken zu Einion niederschreiben – eines ist absolut klar. In der letzten Woche der richtigen GPS Übertragung fiel die Spannung der Übertragungen, die wir von seinem Sender bekamen, wie ein Stein. Bis wir beim 22. Juli waren, war es unter 3.7V, so niedrig um exakte GPS Ortungspunkte zu senden. Danach erhielten wir einige nicht GPS Daten bis zum 4. August und dann nichts mehr.

Hier sind die letzten Bruchstücke an Daten – man beachte die letzte Spalte auf der rechten Seite, das sind die Sender Spannungen.


Ganz klar, bis zum 4. August, war die Spannung des Senders so gering, dass er einfach aufgab. Aus welchem Grund auch immer, das Solarpanel auf dem Sender bekam nicht genug Solarenergie um das Gerät aufzuladen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Aktivitätsberichte normal, was darauf hinweist, dass Einion tatsächlich in Bewegung ist. Ich kann nicht in den Daten erkennen, was darauf hinweist, dass Einion in irgendeiner Schwierigkeit war. Alles war normal abgesehen von den Spannungsmessungen.

Hier ist eine Graphik, die den Spannungsabfall seit dem 15. Juli zeigt.


Ich möchte mich sehr herzlich bei Richard Page für all seine Zeit und Mühe bedanken, Einion für uns zu finden und auch für das Schreiben des Tagebuches seiner „Operation Einion“, wie er es nannte. Während ich dies schreibe ist unser guter Freund Frederic in den Senegal zurückgekehrt nach einem Aufenthalt in Sri Lanka: Er ist nicht zu weit weg von Einions letzten bekannten Aufenthaltsort, so lasst uns hoffen, dass Frederic die gute Arbeit von Richard weiterführen und ihn aufspüren kann.

Lebt Einion noch? Ich bin ziemlich zuversichtlich, dass er bis zum 4. August, als der Sender sich verabschiedete, lebte. Danach sieht es aus wie eine Sender Fehlfunktion wegen ungenügender Stromzufuhr. Vielleicht ist jetzt ein guter Zeitpunkt um Sie an einem Geheimnis teilhaben zu lassen…

Einige von Ihnen mögen sich vielleicht an die Hektik erinnern, drei Sender für die Dyfi Fischadler im letzten Juni zu erwerben. Einion, Dulas und Leri waren schon drei Wochen alt, als wir mit der #BBC zusammen beschlossen, dieses Sender Projekt aufzunehmen. Wir hatten nur ungefähr zwei Wochen Zeit drei Sender zu bekommen und mit Roy zu vereinbaren herunterzukommen und sie anzupassen. Die Sender werden in Maryland, USA hergestellt und haben 4 Monate Lieferfrist, so stellte sich nicht die Frage, neue zu bestellen. Der einzig andere Sender war ein generalüberholtes Gerät das 2010 bereits an einem anderen Fischadler verwendet worden war.

Das Lake District Fischadler Projekt hatte diesen Sender 2010 an Jungvogel ‘Nummer 11’ angepasst. Leider ist dieser Vogel im Januar des folgenden Jahres verstorben und seine Überreste, inklusive dem Sender, wurden aus der Wüste Sahara geborgen. Das Gerät wurde zurück nach Maryland zur Überholung geschickt und genau das ist der Sender den Einion trägt. Die Geschichte von Nr. 11 kann HIER gelesen werden


Einion im Senegal Januar2012 © Arnault Vatinal


Viele Grüße von
Brit
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Ein Leben zur Erinnerung
Geposted 16-Dez-2012 von Emyr

Ceulan ist tot.

Am späten Nachmittag des 1. Dezember, tauchte er in den Diawel Fluss, einen Nebenfluss des Senegal Flusses, 3.7 Meilen in Richtung Süden, um zu fischen. Er hatte dort oft vorher Fisch gefangen. Ceulan verfing sich in einem Fischernetz und konnte sich nicht mehr befreien. Ein örtlicher Fischer, der seine Netze überprüfte, fand ihn am folgenden Morgen und brachte seinen Körper in sein nahegelegenes Fischerdorf, wo er die nächsten zwei Wochen blieb.

Die Karte unten zeigt seine Position (links) wo Ceulan sich im Netz verfing und das Dorf des Fischers wohin er am folgenden Morgen gebracht wurde.



Ceulan kannte diesen Fluss gut. Sehr gut. Die Karte unten zeigt alle seine GPS Positionen – schaut selber, wie oft er in diesem Gebiet war. Er muss es so gut gekannt haben wie die Rückseite seiner Krallen. Er war in einem guten Gebiet, der Diawel Fluss muss vor Fischen gewimmelt haben.



Als wir am 5. Dezember Ceulans GPS Daten bekamen, dachte ich mir, dass es etwas komisch aussah dass er mehrere Tage an demselben Platz war. Doch das haben wir vorher schon erlebt, nicht wahr, als Ceulan beschlossen hatte tagelang Ende November auf diesen großen Strommasten auszuruhen? Mit einer gewissen Beklemmung checkte ich am 11. Dezember bei ARGOS für die nächsten Satellitendaten ein. Er war immer noch am selben Platz und die Lesungen der Aktivitäten auf dem Peilsender hatten sich auch nicht verändert (bei der Geschichte auf dem Strommast hatten sie). Es war fast sicher, dass der Peilsender sich nicht bewegte – unsere einzige Hoffnung war, dass Ceulans Sender heruntergefallen war und dass es ihm gut ging.

Wir baten am Samstag 15. Dezember unseren Freund Frederic wieder um Hilfe, er ging zusammen mit seinen beiden Söhnen und einigen Kollegen auf die Suche nach Ceulan.

Dort gibt es ein kleines Dorf (oben rechts auf der ersten Karte oben) in dem vier Familien leben ungefähr eine halbe Meile entfernt von wo Ceulan in Schwierigkeiten geraten war. Frederic fragte einen der Männer des Dorfes, ob er irgendetwas über einem Fischadler in der Gegend wisse.

(alle folgenden Bilder wurden von Frederic und seinen Kollegen aufgenommen)

Frederic spricht mit einem der Dorfbewohner, Oumar Diallo, über Ceulan.


Das Bild unten zeigt die Gegend wo Ceulan entdeckt wurde am Ufer des Diawel Flusses, nur auf der anderen Seite der Landebrücke.


Die folgende Email ist von Paul Wildlifewriter. Mit Erlaubnis…
Hi Ems,
Das beigefügte Bild möge etwas mehr Einblick in das was passiert ist, geben.
Wir wissen, dass Ceulan während des Tages am 01.12.12 noch aktiv war und dass er an seinem üblichen Fischfangplatz war an dem Abend. Untypisch scheint es, dass er an diesem Abend nicht auf seinen Schlafplatz zurück flog Ich denke das ist genau wann und wo der Unfall passierte.
Fischfang nach der Flaute ist eine traditionelle Aktivität entlang der Schwemmebene des Senegalflusses. Zu Beginn der Sommer Regenzeit wandern die Fische flussaufwärts und verteilen sich in den Nebenflüssen und Kanälen um zu laichen. Die Forschung hat dieses Verhalten bei zwölf verschiedenen W-Afrikanischen Arten festgestellt und es können mehr sein.

Am Ende der Regenzeit, werden die Felder für die Getreideernte entwässert und gleichzeitig werden Stellnetze und Reusen ausgelegt, um Fische zu fangen, die versuchen in den Hauptfluss zurück zu kehren. Diese Netze werden häufig an oder nahe den vielen Schleusen gesetzt, die die örtlichen Wasserstände kontrollieren. *(ich hatte ein Foto von genau diesem Arrangement in W-Mauretanien, doch kann ich es im Moment nicht finden)

Leider sind die zappelnden Fische im oder hinter dem Netz ein verlockendes Ziel für junge Fischadler und es ist nicht schwer, sich vorzustellen was als nächstes passiert ist.


Danke Paul.

Das Folgende ist aus einer Email, die mir Frederic gerade geschickt hat. Er spricht das gleiche wie Paul, und die Eile den Fisch zu fangen (sodass sie ihn über den Winter essen können) bevor die ganze Gegend vertrocknet ist.

“In dieser Periode vor der Trockenheit sind die Fischer so sehr mit den Fischaktivitäten beschäftigt, dass sie keine Zeit haben zu jagen oder irgendetwas dergleichen. Wir fragten sie, ob sie diesen Vogel kennen, sie sagten „nein“, doch ich bin sicher sie sehen sie jedes Jahr mehr und mehr aber vielleicht sind das störende Vögel … schon bin ich sicher, dass es nicht das erste Mal ist, dass sie aus Versehen einen Vogel in ihren Netzen hatten: sie sind so zahlreich im Wasser, aktiv oder nicht, normalerweise verwaist, wenn es unmöglich ist, sie zu nutzen …

Ich denke es war wirklich ein Unfall: Oumar Diallo der Ceulan sofort fand, ging in seine Hütte und kam nach einigen Sekunden wieder mit den Materialien (er meint Sender und Ringe); ein anderer Mann kam nach einigen Minuten mit zwei Flügeln.“

Fortsetzung

Viele Grüße von
Brit
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So, da sind wir, wir scheinen Antwort auf unsere Fragen zu haben. Ceulan hatte Pech – er war zur falschen Zeit am falschen Ort. Ich denke es ist sehr wichtig etwas zu verstehen über die Art wie Ceulan starb. Schauen Sie sich das Bild unten an, das Frederic von den Leuten in diesen vier Hütten am Samstag machte…



Diese Menschen sind bettelarm. Kein sauberes Wasser, keine Bildung für ihre Kinder, keine Elektrizität, keine Autos, nichts. Sie leben in Strohhütten mit ein paar Quadratmetern und fristen ein Leben an einem der denkbar unwirtlichsten Orte. Das sind keine Berufsfischer, die Gewinne machen. Ihr einziges Ziel ist zu überleben und Essen für einen Tag zu haben. Punkt.

Die Fische die sie in dieser kürzest möglichen Fangzeit fangen, werden auf Stützen, die sie aus Stroh und Zweigen machen, getrocknet.



Die Fische werden dann von der Sonne getrocknet und gelagert, dass sie genug zum Leben in den trockenen Wintermonaten haben. Es wird im Senegal die nächsten 6 Monate nicht mehr regnen.



Wir schulden Frederic, seinen Söhnen und Freunden große Dankbarkeit. Vielen Dank, Frederic, dass du uns geholfen hast. Frederic hat seinen eigenen Blog (französisch) den man hier sehen kann:

Das sind die Freunde, die am Samstag hinausgefahren sind um Ceulan zu finden:

Frederic Bacuez (France), Ornithondar
Moïse Guiré (Burkina Faso)
Sidiki Boukary Ouedraogo (Côte d'Ivoire/Burkina Faso), my second adoptive son
Xavier Dressler (France), driver
Morgan Perez (France), civil service for development in Gandon

Merci à vous tous

Ceulan lehrte uns so viel in seinem kurzen Leben. So viel, dass ich einen Blog während der Weihnachtszeit über diesen bemerkenswerten kleinen Fischadler schreiben werde. Selbst als er starb, lehrte er uns noch, wie schwer es ist Fischadler im ersten Lebensjahr zu sein.

Dieses Jahr, ist Montgomeryshire Wildlife Trust 30 Jahre alt. Wir sind eine kleine Stiftung mit einer Handvoll Vollzeit-Mitarbeitern, ungefähr ein halbes Dutzend. Und ungefähr derselben Anzahl von Teilzeitkräften. Trotzdem werden wir in einigen Wochen anfangen ein ehrgeiziges £ 1.400.000 Projekt, ein 360° Observatorium im Cors Dyfi Schutzgebiet zu bauen. Wir sind alle sehr aufgeregt. Es wird das erste seiner Art sein und wird jedem Besucher die Möglichkeit geben die natürliche Welt im Umkreis zu schauen, entdecken und lernen.

Wir haben auch gerade angefangen uns mit Westafrikanischen Gemeinden zu verlinken. Menschen zu lehren und aufzuklären über das was Ceulan und anderen Fischadlern passiert, wird, schließlich, einen Unterschied machen. Die Rutland Leute fangen schon an, Ergebnisse ihres Westafrikanischen Projektes zu bekommen.

Ceulan ist nicht umsonst gestorben. Von unserem neuen 360° Observatorium werden wir sein Erbe weitertragen – wir werden Tausende von Menschen jedes Jahr über sein bemerkenswertes Leben unterrichten und aufklären. Wir haben Fotografien, Videos und Geschichten zu erzählen. Im Leben und Tod, hat Ceulan uns mehr über die Gefahren des Seins eines Fischadlers erzählt, als jeder andere Vogel, den ich kenne. Je eher wir dieses Observatorium gebaut bekommen, umso früher können wir mehr Menschen über Ceulan und seinen Kampf ums Überleben erzählen. Er wird ein Botschafter seiner Art sein und letztendlich dazu führen, dass Fischadler sicherer leben in dieser für sie so gefährlichen Welt. Wir bürgen dafür.

Ceulan lebte nur 6 Monate lang, doch was für ein bemerkenswertes Leben er hatte. Ein Leben zur Erinnerung.




Viele Grüße von
Brit
http://www.worldofanimals.de




2013 – Glückliches Neues Jahr
(gepostet 01. Januar 2013 von Emyr)

Also, was für ein Jahr!

Beherrscht vom Wetter, war 2012 ein Jahr, das lange in meinen Gedanken bleiben wird. Was zunächst so vielversprechend begann, endete als ein „einmal im Leben“ Ereignis – das nasseste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen 1910.

Wir begannen mit einem supertollen ehrgeizigen Projekt, der Installation von vier supermodernen, 1080P hochauflösenden Kameras an Montys und Noras Nest. Und dann, mit Hilfe von Network Rail, Aberystwyth Universität und über 100 Ehrenamtlichen am St. Davids Day, verbanden wir diese Kameras bis zum Besucherzentrum mit einer halben Meile von super gepanzertem Glasfaserkabel. Wir nannten es den „großen Zug“ und was für ein Zug das war!



Kamera 3 – Die Kamera, die wir für die Live Übertragung nutzen

Als Nora am 24. März zum Dyfi zurückkam, hatten wir das wohl komplexeste und fortschrittlichste Nest-Kamera-System aufgebaut, das es weltweit gibt. Niemals vorher hat jemand das Leben von zwei Fischadlern in einer solchen Klarheit und Detailtreue sehen können. Was wir erlebten war unglaublich, aufschlussreich, faszinierend, fröhlich, wissenschaftlich bahnbrechend, aber manchmal zutiefst niederschmetternd.


Nora kehrt zu ihrem Dyfi Nest zurück – wenig wusste sie davon, was vor ihr lag

Monty und Nora legten drei Eier und irgendwie gelang es ihnen diese trocken, geschützt und lebensfähig durch den, wettermäßig, seit Aufzeichnung, schlimmsten April und Mai zu bringen. Das als solches war eine erstaunliche Geschichte von Durchhaltevermögen und Entschlossenheit. Der Juni hatte eines der Jahrhunderte Wetter auf Lager das nicht nur Schaden am Fischadlernest anrichtete, sondern bei allen Tieren – Menschen inbegriffen.

In der ersten Juniwoche erlag das erste Küken dem Regen, er starb im Alter von drei Tagen. ‚Der perfekte Sturm‘ am 8./9. Juni holte das jüngste Küken und raffte fast das letzte verbliebene Junge dahin, einen Vogel den wir als Ceulan kennenlernen sollten. Als das BBC Frühjahrsbeobachtung Team gekommen und wieder gegangen war an diesem Samstag auf der Suche nach einer Geschichte, schien alles verloren – ich machte mir mehr Sorgen um Monty und Nora, hatte mich total der Tatsache hingegeben, dass das Wetter schuld war, dass ihre gesamte diesjährige Brut es nicht geschafft hatte.

Es regnete über 36 Stunden. Strömender, sintflutartiger kontinuierlicher Regen prasselte so hart auf das Nest, dass wir seit Freitagnachmittag keinen Strom mehr zu den Kameras hatten – wir hatten keine Ahnung, was passierte bis die Kameras am Samstagmorgen um 11:50 Uhr wieder zurück waren, kurz nachdem der Regen endlich aufgehört hatte. Das Dyfi Fischadler Projekt wurde geschlossen, die Straßen standen unpassierbar unter einigen Fuß hoch mit Wasser. Von uns waren nur vier im Besucher Zentrum: Al Davies, Hugh Gillings und sein Sohn Justin und ich. Die zweite Kamera kam zurück und das ist, was wir sahen…

VIDEO

Beide Jungen waren zu schwach um aufzustehen und um Futter zu betteln und nur wenige Momente später war das jüngste Küken tot. Ich bin sicher Sie können sich vorstellen, was als nächstes passierte, so will ich nicht darauf eingehen, doch es gibt ein Bild, das Al machte in dem Moment als er Ceulan nach 28 Minuten zurück in das Nest setzte.



Al fragte mich, was wir mit dem restlichen Fisch machen sollten – ich würde den bestimmt nicht zu Morrisons zurückbringen!

Die Wetterbesserung war kurzlebig und bis zum Ende des Tages war der Regen zurück. Tatsächlich war Ceulan über fünf Wochen als er seinen ersten ganzen Tag ohne Regen erlebte. Beispiellos.


Als Ceulan fünf Wochen später aus dem Nest war, war er gewachsen – nur ein wenig.

Viele Geschichten und Erfahrungen von 2012 werden mir lange in Erinnerung bleiben, aber zwei Dinge sind herausragend.

Das erste ist das Viele, das wir alle über diese bemerkenswerten Vögel in diesem Jahr gelernt haben. Die unglaubliche Hartnäckigkeit und der Mut von Monty und Nora wie sie gegen die Wetterkonditionen gekämpft hatten um ihre Eier und Küken zu schützen. Ich hätte niemals gedacht, daß Vögel so viel aushalten könnten und wollten um ihren Nachwuchs und ihr Nest nicht aufgeben zu müssen. Es gab in diesem Sommer Zeiten, in denen ich voller Ungläubigkeit in ihr Nest schaute - es war eine Erfahrung, die demütig werden lässt und sehr emotional zu beobachten. Wer hätte gedacht, dass Ceulan nicht nur bis September überleben würde, aber dann in einer Rekordzeit von 12 Tagen nach Afrika fliegen würde? Was wir in diesem Sommer beobachteten, war wirklich bahnbrechend und etwas, was man sicherlich in keinem Lehrbuch über Fischadler finden wird.

Zweitens, wird mir das Jahr 2012 als das Jahr in dem weltweit Tausende von Menschen den Kampf von Monty, Nora und ihren Kampf ums Überleben und den Schutz ihrer Familie mitverfolgt haben, im Gedächtnis bleiben. Ende 1012 haben mehr als 10.000 Menschen getwittert, waren in Facebook oder trugen sich beim Dyfi Fischadler Projekt YouTube Kanal ein. Dank BT und Openreach hatte Montgomeryshire Wildtier Fond Live Streaming Anlage auf dieser Webseite erstmalig Anfang Juni – die erste in Wales und in hervorragender HD Qualität. Als wir im September die Kameras ausschalteten hatten fast eine halbe Million Menschen die Dyfi Fischadler beobachtet. Stellen Sie sich das vor!

Fortsetzung


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