Marketing: Tourismuswerber schießt gegen Zoo-Direktor - Nachrichten Regionales - Berlin - WELT ONLINE

Anmelden | 27. September 2011, 09:46 Uhr

Marketing

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Tourismuswerber schießt gegen Zoo-Direktor

Der Streit um die Berliner Zoos versetzt nun die Tourismusbranche in Sorge. Berlins oberster Tourismus-Werber Hanns Peter Nerger übte deutliche Kritik an der Leitung der beiden Zoos durch Direktor Bernhard Blaszkiewitz. Nerger monierte unter anderem, dass der Verbleib von Knut ungeklärt ist.

Der Geschäftsführer der Berlin Tourismus Marketing GmbH sagte, es sei "ein großer Fehler, dass keine Vorsorge für den Verbleib des neuen weltbekannten Berliner Maskottchens Eisbär Knut getroffen wurde".

Zoo-Streit in Berlin weitet sich aus
Foto: DPA Zoodirektor Bernhard Blaszkiewitz soll bei der nächsten Sitzung des Berliner Umweltausschusses zu aktuellen Vorwürfen Stellung nehmen. Der Tierpark-Chef hatte zugegeben, dass er 1991 vier wilde Kätzchen "artgerecht" - durch Genickbruch - getötet habe. "Artgerechter wäre es doch wohl gewesen, wenn er die Tiere überfahren hätte", finden aufgebrachte Tierschützer, "schließlich weiß doch jeder, was für miserable Autofahrer Katzen sind."


Im aktuellen Streit um die Tierzucht und -haltung in beiden Parks verlangte Nerger rasche Aufklärung über den Verbleib angeblich verschwundener Tiere sowie ein tragfähiges Marketing-Konzept. Die Zoos hätten mit jährlich mehr als vier Millionen Besuchern für Berlin weltweit als Werbeträger eine Sonderrolle, die weit über die üblichen Aufgaben von Zoos hinausgehen würde.


Der Zoologische Garten und Tierpark Friedrichsfelde repräsentieren nach Ansicht Nergers "die Hauptstadt weit über den nationalen Rahmen hinaus". Botschaften über Medienstar Knut, aber auch negative Schlagzeilen würden in aller Welt registriert. Knut sei "wichtiger als jede Marketingkampagne des Landes", stellte Nerger fest.

Das Aufwachsen des Eisbärs habe das positive Image Berlins gefördert und geprägt. Jedoch müsse jetzt die Fehlentscheidung, keine rechtzeitige Vorsorge über seine Zukunft getroffen zu haben, dringend korrigiert werden. Nerger sagte: "Sonst verspielt Berlin wichtige Chancen."

Es müsse künftig besser gelingen, "die Hauptstadtzoos mit intelligenten Marketingkonzepten zu verbinden". Außerdem müssten die Haltungsbedingungen verschiedener Tiere, insbesondere von Großkatzen, verbessert werden. Es dürfe keinen Zweifel daran geben, dass die zoologischen Gärten den Tierschutz ernst nehmen und der Verantwortung für die Tiere bei der Zucht und Weitergabe in vollem Umfang gerecht werden.

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Nerger forderte den Leiter der Berliner Zoos auf, als "Repräsentant beider Einrichtungen und Botschafter des Tier- und Artenschutzes" aufzutreten. Ein Mann wie Blaszkiewitz müsse zugleich Manager und Kommunikator sein. Nerger sagte, er erwarte Aufklärung über angeblich verschwundene und an Tierhändler abgegebene Tiere. Die Grünen-Abgeordnete Claudia Hämmerling hatte unter anderem wegen des Vorwurfs von Verstößen gegen das Tierschutzgesetz Anzeige bei der Staatsanwaltschaft eingereicht.

Nerger verlangte abschließend von den zoologischen Gärten "ihren Beitrag bei wichtigen gesellschaftspolitischen Ereignissen, wie beispielsweise der Gay-Night zu leisten". Zoo-Direktor Blaszkiewitz hatte kürzlich das alljährliche Treffen von Schwulen und Lesben im Zoo abgesagt und dabei darauf hingewiesen, dass sich die Maßnahme nicht gegen Homosexuelle richte sondern wirtschaftlich begründet sei.

Den Vorwurf Nergers, Blaszkiewitz habe keinen Sinn für Marketing, hatte der Zoo-Direktor mit dem Wort "Quatsch" kommentiert.

dpa/hed

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