Tierquälerei-Vorwürfe: Grüne fordert nun Rücktritt des Zoodirektors - Nachrichten Regionales - Berlin - WELT ONLINE

Anmelden | 27. September 2011, 09:41 Uhr

Tierquälerei-Vorwürfe

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Grüne fordert nun Rücktritt des Zoodirektors

Tiere sollen nicht artgerecht gehalten und im Schlachthaus verendet sein – das sind nur zwei der vielen Vorwürfe der Grünen-Politikerin Claudia Hämmerling gegen den Berliner Zoo und Tierpark. Sie hat nun Strafanzeige gegen den Direktor erstattet und fordert seinen Rücktritt. Auch Tierschützer melden sich jetzt zu Wort. Doch es ist noch nichts bewiesen.

Die Berliner Staatsanwaltschaft bearbeitet die Strafanzeige der Berliner Grünen-Politikerin Claudia Hämmerling gegen Zoo- und Tierparkdirektor Bernhard Blaszkiewitz. „Wir prüfen, ob tatsächliche Anhaltspunkte vorliegen und Ermittlungen aufzunehmen sind“, sagt Sprecherin Simone Herbeth. Hämmerling wirft Blaszkiewitz unter anderem vor, zu viel Nachwuchs gezüchtet zu haben , um den Besuchern stets Jungtiere präsentieren zu können. Dabei haber er billigend in Kauf genommen, wegen Platzmangels einige später an Händler oder Schlachthäuser zu verkaufen. Hämmerling sieht in diesem Verhalten einen Verstoß gegen Tierschutzgesetz und Grundgesetz. Mittlerweile fordert sie Medienberichten zufolge den Rücktritt Blaszkiewitz’. Laut der Tageszeitung „B.Z.“ sagte sie: „Er hätte nie Zoo-Direktor werden sollen.“.

Berliner Zoo-Chef Bernhard Blaszkiewitz
Foto: dpa Bernhard Blaszkiewitz, Direktor des Berliner Tierparks und des Zoos, weist alle Vorwürfe von Grünen-Politikerin Claudia Hämmerling und Tierschützern zurück

Auch Tierschützer haben sich in die Debatte eingeschaltet. Laut Tierschutzgesetz dürften Tiere allein aus vernünftigem Grund getötet werden, sagte der Vorsitzende des Berliner Tierschutzvereins Wolfgang Apel. Wenn es nur darum gehe, durch das Töten Platz zu schaffen, „dann kann dies kein vernünftiger Grund sein“. Informationen über das Verschwinden von Tieren aus dem Tierpark – sowie dem Berliner Zoo, den Blaskiewitz inzwischen ebenfalls leitet – seien ihm nicht neu, erklärte Apel. Der Tierschutzverein unterstützt daher die Initiative von Hämmerling und will vom Tierpark zusätzlich Auskunft über Giraffen und Nashörner einholen. „Zirkusse in Berlin haben diese Tiere neu in ihren Beständen, und wir fragen uns, ob die aus dem Tierpark stammen könnten“, sagte Sprecher Marcel Gäding. Der Deutsche Tierschutzbund fordert ebenfalls Aufklärung in der Sache.


Hämmerling zufolge lässt sich im Falle einer Kragenbärenfamilie und eines Zwergflusspferdes aus dem Tierpark Friedrichsfelde belegen, dass sie Anfang der 90-er Jahre über Tierhändler bei einem belgischen Schlachthaus seien. „Darüber gibt es Eintragungen aus Zuchtbüchern“, so die Politikerin.


Blaskiewitz wies bislang alle die Vorwürfe zurück. Er nehme keinesfalls die Tötung von Zoo-Nachwuchs billigend in Kauf, sagte er. „Wir arbeiten nur mit honorigen Tierhändlern zusammen, und das ist legal.“ Er halte es für abwegig, dass die von Hämmerling genannte Kragenbärfamilie und ein Zwergflusspferd geschlachtet wurden. Doch wo die Tiere in den 90er-Jahren tatsächlich abblieben, ist unklar – ihre Spur verliert sich in Belgien.

Der Zoo und auch er persönlich fühlten sich als "Ziel einer Kampagne“, sagte der Zoo-Chef. Dies sei ein "untauglicher Versuch“. Keiner der ihm bekannt gewordenen Vorwürfe sei rechtsfähig.

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Claudia Hämmerling kritisiert auch die Haltung vieler Tiere, unter anderem die Betreuung und Präsentation des Eisbären Knut: "Knut wird praktisch in Isolationshaft gehalten. Er ist ganz allein und müsste viel mehr beschäftigt werden, zumindest müsste er mehr Spielzeug erhalten.“ Blaszkiewitz wies auch diese Vorwürfe zurück.

tal/dpa/afp/sh

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