Dörfleins Nachfolger : Eisbär Knut hat jetzt einen Stiefvater

Hier war Knut noch kleiner. Tierpfleger Ronny Henkel hat die Nachfolge von Thomas Dörflein angetreten. - Foto: dpa

Bärenpfleger scheinen von Natur aus scheu zu sein. „Herr Henkel gibt keine O-Töne“, sagt eine Zoo-Sprecherin. Warum? „Er möchte nicht.“ Dabei kennt jeder, der Eisbär Knut kennt, auch Ronny Henkel, den Pfleger. Er gehörte schon zu Knuts Tierbabyzeiten zum Pflegerteam. Jetzt wurde er zum Nachfolger Thomas Dörfleins ernannt.

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Bärenpfleger scheinen von Natur aus scheu zu sein. „Herr Henkel gibt keine O-Töne“, sagt eine Zoo-Sprecherin. Warum? „Er möchte nicht.“ Dabei kennt jeder, der Eisbär Knut kennt, auch Ronny Henkel, den Pfleger. Er gehörte schon zu Knuts Tierbabyzeiten zum Pflegerteam. Ziehvater Thomas Dörflein starb im September an einem Herzinfarkt, in aller Welt trauerten die Menschen. Sein Stellvertreter Ronny Henkel, 48 Jahre alt, wurde jetzt offiziell zu seinem Nachfolger ernannt, zum „Reviertierpfleger“, zuständig für drei Malaienbären, drei Kragenbären, drei Lippenbären, sechs Nasenbären, vier Braunbären, fünf Wildhunde und vier Polarwölfe. Die Kragenbären sind ihm die liebsten, so viel weiß man von Ronny Henkel.

Er arbeitet seit mehr als 30 Jahren als Tierpfleger im Zoo, kam nach kurzen Aufenthalten bei den Vögeln und Nashörnern zu den Bären. Für Bärenkurator Heiner Klös ist die Nachfolgefrage zufriedenstellend gelöst: „Die Nummer zwei wird die Nummer eins.“ War Dörflein Knuts Papa, ist Henkel jetzt sein Stiefvater. Knut-Fans ist er aus vielen Filmszenen aus dem Fernsehen, von den Knut-DVDs und auch aus dem Knut-Kinofilm als stellvertretender Bärenvater bekannt. Seine mollig-kräftige Statur prädestiniert ihn für den anstrengenden Job. Ronny Henkel will jetzt eine Dienstwohnung im Zoo beziehen, wegen der langen Arbeitszeiten – Dörflein hatte während der Knut-Aufzucht seinen Schlafsack im Zimmer neben dem Büro ausgebreitet.

Knut bleibt nun nach dem Verlust von Dörflein zumindest Henkel erhalten. „Es geht dem Bären ganz gut“, sagt Doris Webb von der Initiative „Knut forever in Berlin“. Die Pfleger würden den Bären ausreichend mit Naschereien versorgen und ihn dadurch ablenken. Ronny Henkel sei nicht mit Thomas Dörflein vergleichbar. „Er ist eher der gemütliche Typ, mag die Tiere sehr, ist aber nicht so tiervernarrt wie Dörflein.“ Doris Webb sammelt Unterschriften, damit Knut in Berlin bleiben kann. 21 000 bekam sie schon, aus der ganzen Welt. Für ein Volksbegehren? „Nein“, sie lacht, findet die Idee aber irgendwie verlockend. Knut-Eigentümer ist der Zoo Neumünster. Der könnte das Promi-Tier jederzeit zurückfordern, sagt Kurator Klös. Hinzu kommt das Platzproblem. „Unser Gehege ist für eine langfristige Haltung von drei Eisbären nicht geeignet.“ Ronny Henkel wird um seinen Bärensohn kämpfen müssen.

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