Nachruf : Sie dressierte Knuts Mutter

Die international bekannte Eisbären-Dompteurin Ursula Böttcher steht im Artistenmuseum Klosterfelde vor einem ausgestopften Eisbären. (Archivbild vom 10.09.1999). - Foto: dpa

Legendär war ihr Zungenkuss mit einem der weißen Riesen. Auch Knuts Mutter gehörte zu ihrer Eisbärengruppe. Jetzt ist Eisbär-Dompteurin Ursula Böttcher mit 82 Jahren verstorben. Ein Nachruf.

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Ihr Zungenkuss mit einem Eisbären schaffte es sogar auf eine Briefmarke und zur Auszeichnung mit dem Zirkus-Oskar 1974 in Madrid. Sie begeisterte das Publikum in den USA ebenso wie in Japan, Westeuropa und natürlich bei ihren Zirkusauftritten in der ganzen DDR. Am Mittwoch ist die berühmte Eisbärendompteurin Ursula Böttcher im Alter von 82 Jahren in einem Krankenhaus ihres Geburtsorts Dresden verstorben.

Ihr Name schien kurz nach der Wende vergessen zu sein. Trotz allen Widerstandes löste die Treuhandanstalt den DDR-Staatszirkus auf. Erst die Begeisterung für den Eisbären Knut brachte die Künstlerin kurzzeitig wieder ins Gespräch.

Knuts Mutter Tosca gehörte einst zu Böttchers Eisbärengruppe. Die Eisbärin war in Kanada geboren worden und gelangte 1986 zum DDR-Staatszirkus. Nach der Wende kam Tosca in den Berliner Zoo, wo sie im Dezember 2006 zwei männliche Jungtiere zur Welt brachte. Eines davon verstarb, das andere wurde zum berühmten Knut.

In den Gesprächen mit Ursula Böttcher war immer wieder der Groll über ihr abruptes Karriere-Ende im vereinten Deutschland zu spüren. Nach 47 Jahren Zugehörigkeit zum Zirkus Busch, in dem sie einst als Putzfrau begonnen hatte, erhielt sie 1999 die Kündigung. Das bundesdeutsche Tierschutzrecht geriet ihr zum Verhängnis. Die Wagen und Käfige im Hoppegartener Winterquartier entsprachen nicht der Norm. Sie waren zu eng. Ohnehin seien Eisbären und andere große Tiere nicht für den Zirkus geeignet, hieß es damals vom Treuhand-Liquidator. Eine artgerechte Haltung sei nicht möglich.

„Darüber könnte ich mich heute noch schwarz ärgern", schimpfte die zierliche und dennoch resolute Frau, deren Laufbahn im Artistenmuseum in Klosterfelde nördlich Berlins verewigt ist. In Zoos würden Eisbären im Schnitt 20 Jahre alt. Bei ihr seien sie 38 Jahre und älter geworden. „Alles wegen meiner grenzenlosen Liebe“, sagte sie. Ihr Partner Manfred Horn war bereits 1990 bei einer Attacke von Braunbären tödlich verletzt worden.

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