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Initiative für den Eisbär

„Knut forever in Berlin“

Von Andreas Rabenstein, 29.05.09, 18:03h

Vier Mitglieder einer Initiative für Knut haben am Freitag im Roten Rathaus stolz ihre zwölf vollen Akten-Ordner mit gesammelten Unterschriften präsentiert. Bei Klaus Wowereit rennen sie offene Türen ein.

Eisbär Knut
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Eisbär Knut interessiert es nicht wirklich, wer nun wieviel Millionen abkassiert. (Symbolbild: dpa)
Eisbär Knut
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Eisbär Knut interessiert es nicht wirklich, wer nun wieviel Millionen abkassiert. (Symbolbild: dpa)
BERLIN - Klaus Wowereit weiß, wie man Menschen begeistert. Den vier wartenden Mitgliedern der Initiative für Eisbär Knut ruft der Regierende Bürgermeister schon im Gehen zu: «Ich habe mir meinen Knut schon mitgebracht.»

Dabei trägt er einen kleinen Eisbären aus weißem Porzellan auf der ausgestreckten Hand vor sich her. Dann folgt das typische Wowereit-Kichern nach einem eigenen Witz. Die Knut-Fans, die Wowereit 30 840 Unterschriften für den Verbleib des Eisbären in Berlin überreichen wollen, sind hingerissen.

Die 66-jährige Doris Webb und ihre drei Mitstreiter der Initiative für Knut präsentieren am Freitag im Roten Rathaus stolz ihre zwölf vollen Akten-Ordner. Auf den Ordner-Rücken stehen Buchstaben, die einen Satz ergeben: «Knut forever in Berlin». Das ist auch der Name ihrer Initiative, die seit Februar dafür kämpft, dass der zweieinhalb Jahre alte Eisbär-Star in Berlin bleibt.

Bei Wowereit, der mit boomendem Tourismus zumindest einen Teil der für immer verlorenen Berliner Industriearbeitsplätze ersetzen will, rennen sie mit ihrem Knut-Begehren offene Türen ein. «Das ist eine große Zahl», ruft Wowereit angesichts der Unterschriftenlisten, und stellt fest: «Man kann aber sagen, fast alle Berliner stehen dahinter.»

Er schart die drei älteren Frauen und den Mann von der Initiative um sich. Gemeinsam wendet man sich den Fotografen zu, Wowereit zeigt den Porzellan-Bären und sagt: «Wenn Sie den noch nicht kennen, dann schenke ich ihn Ihnen.» Die drei Frauen seufzen vor Glück leise. Doris Webb fasst sich als erste: «Darf ich das annehmen?» Sie darf und ist glücklich.

Beim Kampf um Knut geht es eigentlich um Geld. Der Zoo Neumünster, dem Knut gehört, will den Bären für 500 000 Euro an Berlin verkaufen. Der Berliner Zoo, der mit Knut geschätzte sechs Millionen Euro verdiente, will aber höchstens 350 000 Euro bezahlen. Das war das Ergebnis einer ersten Verhandlung vor dem Berliner Landgericht. Sollten sich die Zoos nicht einigen, fällt im September eine Gerichtsentscheidung.

Für Doris Webb stellt sich die Frage nach Knuts künftigem Lebensmittelpunkt nicht. «Knut muss hierbleiben, weil er eine Handaufzucht ist», sagt sie mit resoluter Stimme und ernstem Blick. «Knut ist deshalb nicht wie andere Tiere.» An ihrer Wildlederjacke prangt ein Button mit dem Foto eines sehr jungen kleinen Eisbären. Einwände, dass dem jetzt 200 Kilo schweren Tier sicher weniger wichtig ist, hinter welchen Gittern oder Gräben er sein Futter bekommt, wischt sie weg. «Herr Dörflein hat ihm seine Liebe bis zum letzten Tag gegeben. Hier haben wir eine Symbiose zwischen Mensch und Tier, die das Tier einzigartig macht.»

Während Wowereit betont, wie optimistisch er Knuts Zukunft sieht, sind die Knut-Fans geistig schon einen Schritt weiter. Eifrig wird die Frage der späteren Geschlechtsreife und Partnersuche erörtert. In vielen Zoos sollen junge Eisbären-Weibchen ungeduldig auf ein Zusammentreffen mit Knut warten, ist zu erfahren. Doris Webb kann das nicht beunruhigen, ihre Initiative ist vorbereitet: «Wir suchen schon das richtige Mädchen.»

(dpa)

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