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Knut-Medaille wird nicht eingeschmolzen

Erstellt 24.04.08, 17:14h

Alles gut für Eisbär Knut und seine Gedenkmedaille zum ersten Geburtstag. Das Verwaltungsgericht wischte die Beschwerde der Münzhandelsgesellschaft vom Tisch. Die Münze darf weiterhin verkauft werden.

Eisbär Knut
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Ätsch, scheint Knut sagen zu wollen. Meine Gedenkmünze darf bleiben.
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Ätsch, scheint Knut sagen zu wollen. Meine Gedenkmünze darf bleiben.
Frankfurt/Main - Mit Adler und Bär darf der Rubel weiter rollen: Das Frankfurter Verwaltungsgericht beschäftigte sich am Donnerstag mit zwei Lieblingstieren der Deutschen. Neben dem Berliner Eisbär-Star "Knut" war auch der Bundesadler mit von der Partie im Rechtsstreit zwischen der Bundesbank und der Münzhandelsgesellschaft Deutsche Münze (MDM) aus Braunschweig. Nach der Entscheidung der Frankfurter Richter darf die von der MDM zum Eisbärengeburtstag aufgelegte Gedenkmedaille weiter verkauft werden. Die Juristen konnten an der fragmentarischen Darstellung eines Adlers auf der Medaillenrückseite nur wenig Ähnlichkeit mit dem deutschen Wappentier finden. Die Bundesbank wollte die Rückseite verbieten, weil sie zu sehr an Münzen erinnere, die als Zahlungsmittel eingesetzt werden. An Knut hatte sich niemand gestört.

Die Argumentation der Bundesbank überzeugte die Richter unter dem hessischen Löwen nicht. Die Juristen hielten den Währungswächtern vor, dass sich selbst auf den Geldmünzen die Adlerdarstellungen weit vom Vorbild des Bundesadlers entfernt haben, das in einer Verordnung von 1950 festgelegt worden war. "Manche ähneln mehr einem Pfau", sagte der Vorsitzende Richter mit Blick auf eine Mozart-Gedenkmünze aus dem Jahr 2006. Der Adler sei auch nicht alleiniges Erkennungsmerkmal für ein Zahlungsmittel, und außerdem seien inzwischen deutsche Gedenkmünzen im Umlauf, die gar keinen Adler mehr zeigten. Das entsprechende Adler-Verbot in der Medaillenverordnung sei eng auf den Bundesadler auszulegen, da sonst der Bürger nicht wissen könne, was verboten sei und was nicht. Schließlich drohten bei Verstößen Ordnungsstrafen (Az.: 1 E 4183/07).

Die MDM hat die Knut-Medaille nach eigenen Angaben zum Einzelpreis von zehn Euro über 25 000 Mal verkauft. Zwei Euro gingen für jede verkaufte Medaille an den Berliner Zoo. "Sie war schon ein außergewöhnlicher Erfolg", sagte Vertriebsleiter Frank Heine. Auch die Nürnberger Eisbärin Flocke haben die Braunschweiger bereits im Programm. Noch wichtiger aber war ihnen die weitere Nutzung des Adlermotivs, das nach Unternehmensangaben bereits seit 1992 für diverse Medaillenserien benutzt wurde. Dem Handelsunternehmen und den Sammlern hätten nach ihrer Darstellung wirtschaftliche Verluste gedroht, wenn die Serien hätten abgebrochen werden müssen. Hintergrund des nunmehr aufgehobenen Verbots war ein Wechsel der Zuständigkeit für die Medaillenverordnung von der Bundesvermögensverwaltung auf die Bundesbank im Jahr 2005.



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