Keine Skrupel vor Paarung von Eisbär Knut mit seiner Mutter Tosca
PETA kritisiert erneut Inzest im Zoo Berlin
Stand: 9. September 2010
Berlin / Gerlingen, 9. September 2010 – Knuts Knuddelbären-Image ist vorbei, der Eisbär ist mittlerweile vier Jahre alt. Das Jungtier bescherte dem Zoo Einnahmen in Millionenhöhe. Jetzt gilt es für Zoodirektor Blaszkiewitz, neue Vermarktungsstrategien zu verfolgen. Knut soll als Zuchtbulle genutzt werden, der Zoo will Eisbären-Nachwuchs. Aus diesem Grund wurde Knut innerhalb des Berliner Zoos in ein Gehege mit drei Weibchen umquartiert, eines davon Tosca, seine leibliche Mutter. Der Bären-Betreuer Klös im Berliner Zoo sieht keine wesentlichen Probleme darin, wenn sich Knut mit seiner eigenen Mutter paaren würde. Doch die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. (People for the Ethical Treatment of Animals) warnt erneut davor, dass Inzest die Gefahr von Erbschädigungen oder anderen Krankheiten birgt, wie z. B. die sogenannte Inzuchtdepression bei Nachfahren. Blaszkiewitz handelt unverantwortlich, so PETA. Die Tierrechtsorganisation sieht in einem möglichen Inzest nicht nur einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, sondern auch einen klaren Verstoß gegen die „Welt-Zoo-Naturschutzstrategie“ der WAZA (Weltverband der Zoos und Aquarien). Diese spricht von der Verantwortung der Zoos, genetische Vielfalt zu erhalten.
„Inzest ist im Berliner Zoo mittlerweile gängige Praxis. Es sagt nichts Gutes über die Zooverantwortlichen, wenn eine Paarung mit der eigenen Mutter billigend in Kauf genommen wird. Weder sollte Zoodirektor Blaszkiewitz noch Knut mit der eigenen Mutter geschlechtlich zusammenkommen. Denn sowohl beim Menschen wie auch bei Tieren ist eine Paarung zwischen Mutter und Sohn unnatürlich und ungesund“, warnt Harald Ullmann, 2. Vorsitzender von PETA Deutschland e. V. Der Eisbär, das größte Säugetier der Welt, ist von seinem genetischen Variationspotenzial darauf ausgerichtet, in den Weiten der Arktis völlig solitär zu leben. „Da treffen sich auch nicht zufällig Mutter und Sohn, um sich zu paaren. Inzest ist in freier Wildbahn nicht vorgesehen.“ Erst vor Kurzem wurden im Berliner Zoo Löwenbabys geboren, deren Eltern Zwillinge sind. Wie skrupellose sogenannte Experten in der Vergangenheit mit Eisbären umgingen, zeigt das Schicksal der Eisbären Boris und Kenneth, die – da nicht als Zuchtbullen zu gebrauchen – von Deutschland in einen Zirkus nach Südamerika abgeschoben wurden.
Interviewkontakt: Harald Ullmann, Tel. 07156 / 17828-26, HaraldU@peta.de
Weitere Informationen:
www.peta.de/zoo Druckfähige Fotos von Knut:
http://www.fotos.peta.de/details.php?image_id=1476http://www.fotos.peta.de/details.php?image_id=892