Die meisten sind nur eine Nummer. Eine Ringnummer. Nicht aber sie. «Die Uschi? Ist halt unsere Uschi», sagt Tierpfleger Maik Peschke. Der Rosapelikan ist eine Handaufzucht. Und das einzige Küken aus dem Jahr 2008, das es damals geschafft hat. Das Einzelküken also. Entsprechend umsorgt wurde Uschi.
Pelikan Uschi mag Streicheleinheiten
Und entsprechend menschenfreundlich ist der Pelikan auch. «Die Uschi kommt schon zu uns Pflegern an den Zaun.» Und holt sich ihre Streicheleinheiten ab. Am liebsten mag sie es, unter dem Schnabel an ihrem Kehlsack gekrault zu werden. «Sie ist auch immer die erste an der Futterstelle, weil sie uns voll und ganz vertraut», sagt Peschke. Die anderen, die Namenlosen, folgen ihr dann vorsichtig.
Auch wenn es aufgrund ihres Gewichts schwer zu glauben ist, sind Pelikane sehr gute Flieger. Genauer: Thermiksegler. Wenn sie es erst einmal geschafft haben, abzuheben (und dazu müssen sie schon einige Zeit schwerfällig und flügelschlagend auf der Wasseroberfläche laufen), können sie problemlos und ohne Pause 24 Stunden in der Luft bleiben. 500 Kilometer zurücklegen. Und 56 Stundenkilometer schnell vorankommen. Faszinierend an den Wasservögeln ist vor allem der Hautsack unter dem Schnabel. Die größte Art der Gattung, der Krauskopfpelikan, kann in seinem Kehlsack bis zu 13 Liter fassen.
Faszinierend an Rosapelikan Uschi ist aber etwas ganz anderes: Kaum hat sie ihr bräunliches Jugendgefieder abgeschüttelt, kümmert sie sich vorbildlich, nein, nicht um ihre eigenen, sondern um fremde Küken. «Sie verhält sich wie eine Babysitterin», sagt Pfleger Pleschke.
Schwimmt ihnen hinterher, spielt mit ihnen. «Sie füttert die Kleinen nicht, versucht also nicht, ihre Mutter zu imitieren.» Aber keine Frage: Sie ist die liebe Tante der Pelikan-Kinder.
Und die finden’s klasse. Das soziale Verhalten, das sie gegenüber den Pflegern zeigt, spiegelt sich also auch ihren Artgenossen gegenüber wider. Wie wir das als Menschen finden? Na superkalifragilistigexpialigetisch! Kathrin Walther



