Es ist so, wie wir das von menschlichen Teenagern kennen: Eisbärin Flocke hat sich anscheinend in letzter Zeit ein wenig gelangweilt. Und dann Dinge getan, die nicht zu einem possierlichen Eisbärenmädchen passen. Spielte nicht dauernd mit ihrem Freund Rasputin, sondern lief zum Beispiel ständig an einer bestimmten Stelle in der Anlage hin und her.
Ohgottohgott, sie ist doch nicht etwa verhaltensgestört?, sorgte sich manch einer. «Nein», meint Tiergartendirektor Dag Encke. Er vermutet, dass sich der eineinhalb Jahre alte einstige Medienstar Flocke, um den es nicht mehr so viel Rummel gibt wie zu Beginn, unterfordert fühlte und ein paar neue Eindrücke braucht. Die bekommt Flocke in Veras Gehege nun: Es gilt für sie und Rasputin beispielsweise, den ganz anders beschaffenen Boden und neue interessante Düfte zu erkunden.
Am tollsten dürften die beiden Eisbären-Teenies – ebenso wie die Tiergartenbesucher – das Schwimmbecken mit der Unterwasser-Scheibe finden. Durch die ist ein wesentlich engerer Kontakt zwischen den zwei Jungtieren und den Besuchern möglich als bisher. Schon am ersten Tag nach dem Umzug hat Flocke durch das Panzerglas hindurch mit ihren menschlichen Fans regelrecht kokettiert.
Tiergartenchef Encke begründet den Gehegetausch so: «Wir wollen nicht, dass sich eine schlechte Angewohnheit bei Flocke verfestigt und womöglich eine Stereotypie daraus wird.»
Der Umzug in die Nachbaranlage sollte eigentlich schon vor rund zwei Wochen über die Bühne gehen. Doch Vera ließ sich nicht in den Innenkäfig ihrer Anlage sperren – ohne das wäre der Ringtausch aber zu gefährlich gewesen. Am Pfingstmontag spielte Vera schließlich doch mit. Auch für sie dürfte der Tapetenwechsel ganz reizvoll sein, zumal sie ja allein im Gehege ist. Ute Wolf
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