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27. September 2011
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Knut-Medaille beschäftigt das Gericht

Bundesbank legt sich mit Braunschweiger Münzunternehmen an – Auslöser ist die Rückseite der Medaille

Von Katja Dartsch

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BRAUNSCHWEIG. Knut, der Eisbär aus dem Berliner Zoo, ist fast vergessen – Artgenosse Flocke aus Nürnberg stiehlt ihm jetzt die Show. Das Verwaltungsgericht Frankfurt muss sich jedoch nochmal mit Knut befassen: mit einer Knut-Medaille aus Braunschweig.

Rund 25 000 Medaillen mit dem knuffigen Eisbärjungen hat die Braunschweiger Münzhandelsgesellschaft Deutsche Münze an Sammler verkauft. Es handelt sich um eine Spendenprägung zu Gunsten des Berliner Zoos.

Diese Prägung beschäftigt nun das Verwaltungsgericht in Frankfurt am Main. Stein des Anstoßes ist jedoch nicht das Knut-Motiv auf der Vorderseite, sondern die Rückseite der Medaille. "Die Bundesbank will uns verbieten, Münzen mit einem stilisierten Adler zu vermarkten", erklärt Frank Heine, Vertriebsleiter der Münzhandelsgesellschaft.

Der Adler könnte mit dem Bundesadler verwechselt werden, argumentiert die Bundesbank: Bürger könnten das Sammlerstück für ein offizielles Zahlungsmittel halten.

Heine kann das nicht nachvollziehen: "Auf der Münze befindet sich kein Nennwert. Und der hoheitliche Adler sieht ganz anders aus." Auch Wolfgang Leschhorn, Münzexperte des Herzog-Anton-Ulrich-Museums in Braunschweig, wundert sich über die strenge Regelung: "Ich finde das übertrieben. Wer kommt denn auf die Idee, mit einer Knut-Medaille bezahlen zu wollen?"

Das Braunschweiger Münzunternehmen vertreibt bereits seit Anfang der 90er Jahre Münzserien mit Adlermotiv. Die Bundeswertpapierverwaltung, die für die Einhaltung der Medaillenverordnung zuständig war, hatte nichts dagegen. Vor zwei Jahren aber wechselte die Zuständigkeit zur Deutschen Bundesbank. Die hat nun das Adler-Verbot ausgesprochen. Für die Braunschweiger ein Problem: Der Adler kennzeichnet eine noch unvollständige Serie mit bisher 48 Motiven. "Wenn wir das Motiv auf der Rückseite ändern, werden Sammler ihre Serie beenden. Dadurch entsteht uns ein wirtschaftlicher Schaden", fürchtet Vertriebsleiter Heine. Deshalb zieht das Handelsunternehmen vor Gericht.

Übrigens: Eine Sondermedaille mit Flocke-Motiv gibt es auch schon. Frank Heine: "Mit ihr kann es aber keine Probleme mit der Bundesbank geben. Die Rückseite zeigt keinen Adler, sondern das Wappen der Stadt Nürnberg."

Donnerstag, 10.04.2008
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/8271150/menuid/7534512
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