Nach dem Tod von Tierpfleger Dörflein:
Beklemmende Stille am Eisbärengehege
23.09.2008
Herausgeber: netzeitung.de
«Unsere Gedanken sind jetzt bei der Familie, den Angehörigen und Freunden unseres langjährigen Kollegen», sagt Zoodirektor Bernhard Blaszkiewitz. Zu Spekulationen über eine schwere Krankheit Dörfleins kann er keine Angaben machen. Der Zoo wisse nichts von einer Erkrankung, der Tierpfleger habe sich in letzter Zeit auch nicht krank gemeldet.
Die von der Staatsanwaltschaft angeordnete Obduktion der Leiche schafft am Dienstag schließlich Klarheit über den rätselhaften Tod des noch recht jungen Mannes. Am Nachmittag steht fest, dass Dörflein an einem Herzinfarkt gestorben ist. Eine frisch gebildete Thrombose habe zur mangelhaften Blutversorgung des Herzens geführt.
Unter die Stimmen von zahllosen Berlinern mischen sich Kommentare aus Frankreich, Griechenland und Belgien. Mit diesem Rummel um seine Person habe sich Knuts Ziehvater nie anfreunden können, sagt Zoodirektor Blaszkiewitz. «Thomas Dörflein war ein überaus bescheidener Mensch. Er mochte es nicht, in der Öffentlichkeit zu stehen.» Darum habe er Preise wie die Goldene Henne abgelehnt.
Auch der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, übermittelt der Familie Dörfleins seine Anteilnahme. «Thomas Dörflein, ein Tierpfleger aus Passion, hat die Herzen der Menschen in Berlin und weit über unsere Stadt hinaus erobert.» Knuts Ziehvater habe Berliner Geschichte geschrieben, «ob er wollte oder nicht». (Viktoria Schiller, AP)

