Deutschland: PETA erhebt schwere Vorwürfe gegen Zoodirektor Blaszkiewitz
Dienstag, 09.06.2009, 15:44Nachdem dem Direktor des Berliner Zoos bei der Fütterung eines Schimpansen der rechte Zeigefinger abgebissen wurde, erhebt die Tierrechtsorganisation PETA schwere Vorwürfe gegen Blaszkiewitz. Laut PETA habe der Zoodirektor den Unfall „durch eine Handfütterung ohne Vorsichtsmaßnahmen“ selbst verschuldet und stelle wegen diverser Vorkommnisse eine Gefahr für den deutschen Zoo dar.
Nach einem Affenbiss droht dem Berliner Zoodirektor Bernhard Blaszkiewitz die Amputation des rechten Zeigefingers. Zwar konnte dem 55-Jährigen in einer achtstündigen Notoperation der Finger wieder angenäht werden. Er habe auch bereits am Morgen wieder mit ihr telefoniert, sagte seine Sekretärin Regine Damm am Dienstag. Aber nach Angaben des behandelten Arztes hat sich die Wunde entzündet.
Der Chefarzt der Abteilung Hand- und Mikrochirurgie am Unfallkrankenhaus Berlin-Marzahn, Andreas Eisenschenk, sagte vor Journalisten, die Operation sei technisch gelungen. Allerdings zeigten sich an den Nahtstellen Rötungen.
Der Unfall hatte sich am Montag ereignet, als Blaszkiewitz versuchte, bei einem Rundgang mit das Schimpansen-Männchen „Pedro“ durch die Gitterstäbe mit Walnüssen zu füttern. Die Chance, einen Finger wieder anzubringen, liege nur bei zehn bis 20 Prozent, erklärte Eisenschenk. Auch wenn die Operation gelinge, bestehe die Gefahr einer Infektion durch tierische Keime. Blaszkiewitz wurde mit Antibiotika behandelt. Er befindet sich nicht in Lebensgefahr.
Die Tierrechtsorganisation PETA erklärte, der Direktor von Zoo und Tierpark habe den Unfall „durch eine Handfütterung ohne Vorsichtsmaßnahmen“ selbst verschuldet. PETA nannte Blaszkiewitz eine Gefahr für beide Berliner Zoos. Seit seinem Amtsantritt 1991 sei es zu einer Häufung von Unfällen gekommen. „Wer als Zoodirektor jegliche Sicherheitsmaßnahmen gegenüber Wildtieren ignoriert, ist ein absolut falsches Vorbild“, meinte Kampagnenleiter Frank Albrecht.
Auch war es Blaszkiewitz gewesen, der den inzwischen verstorbenen Tierpfleger Thomas Dörflein gerügt hatte, weil er seinen „Ziehsohn“ – den Eisbären Knut – weiterhin öffentlich geknuddelt hatte.
Der Chefarzt der Abteilung Hand- und Mikrochirurgie am Unfallkrankenhaus Berlin-Marzahn, Andreas Eisenschenk, sagte vor Journalisten, die Operation sei technisch gelungen. Allerdings zeigten sich an den Nahtstellen Rötungen.
Der Unfall hatte sich am Montag ereignet, als Blaszkiewitz versuchte, bei einem Rundgang mit das Schimpansen-Männchen „Pedro“ durch die Gitterstäbe mit Walnüssen zu füttern. Die Chance, einen Finger wieder anzubringen, liege nur bei zehn bis 20 Prozent, erklärte Eisenschenk. Auch wenn die Operation gelinge, bestehe die Gefahr einer Infektion durch tierische Keime. Blaszkiewitz wurde mit Antibiotika behandelt. Er befindet sich nicht in Lebensgefahr.
„Handfütterung ohne Vorsichtsmaßnahmen“
Die Tierrechtsorganisation PETA erklärte, der Direktor von Zoo und Tierpark habe den Unfall „durch eine Handfütterung ohne Vorsichtsmaßnahmen“ selbst verschuldet. PETA nannte Blaszkiewitz eine Gefahr für beide Berliner Zoos. Seit seinem Amtsantritt 1991 sei es zu einer Häufung von Unfällen gekommen. „Wer als Zoodirektor jegliche Sicherheitsmaßnahmen gegenüber Wildtieren ignoriert, ist ein absolut falsches Vorbild“, meinte Kampagnenleiter Frank Albrecht.
Auch war es Blaszkiewitz gewesen, der den inzwischen verstorbenen Tierpfleger Thomas Dörflein gerügt hatte, weil er seinen „Ziehsohn“ – den Eisbären Knut – weiterhin öffentlich geknuddelt hatte.
„Kein Schreibtisch-Direktor gebraucht“
Inzwischen verschoben die „Freunde Hauptstadtzoos“ die für den (morgigen) Mittwoch geplante Auftaktveranstaltung zum Jubiläum „165 Jahre Zoo Berlin“ ab. Vorsitzender Thomas Ziolko erklärte: „Blaszkiewitz hat sicherlich am gestrigen Tag unvorsichtig gehandelt, dennoch ist er sich den Gefahren und der Verantwortung im Umgang mit Tieren bewusst.“ Die Rücktrittsforderung wies Ziolko zurück. „Was wir nicht brauchen, ist ein Direktor, der vom Schreibtisch aus den ältesten Zoo Deutschlands und den größten Landschaftstierpark in Europa leitet und fernab von den Tieren entscheidet.“
gxb/AP
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von wibi40
Da hat PETA wohl recht, so ein Zoodirektor ist schon eine Gefahr. Dabei hätte ich ja gedacht, eine Organisation wie PETA stellt die Einrichtung eines Zoos an sich in Frage. Aber mit dem Vorfall des abgebissenen Fingers lässt sich wohl mehr Aufmerksamkeit erregen. Antwort schreiben
von Bichon
Die schlechten Nachrichten über den sog. Zoodirektor sind ja wohl mehr als genug. Wer lesen kann, ist stark im Vorteil. Warnhinweise sind wohl nicht nur für die Zoo-Besucher da, sondern in erster Linie für den Zoodirektor. Peinlich, peinlich, nächstes Mal soll er einfach die Hand ins Gitter stecken. Antwort schreiben
von Schlegel
als der Kommentar von der "Tierrechtsorganisation" PETA zu diesem lächerlichen Vorfall geht es wohl kaum. Aber für eine (ernsthafte) Schlagzeile hat es ja doch gereicht. Antwort schreiben
von blicknachvorn
...ist wohl nicht mehr so gefragt? Wie sonst erkläre ich mir solch einen Text! Ist das Lustlosigkeit oder Unfähigkeit? Schrecklich, sowas. Antwort schreiben