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Verzögerung

Riesenrad erst 2011 fertig

19. März 2009 17.32 Uhr, Markus Harmann

Europas höchstes Riesenrad sollte eigentlich Ende 2009 am Zoo stehen. Jetzt wird es erst 2011 fertig.

Erst ging alles ganz schnell, jetzt scheint der Schwung ein bisschen raus: Der Bau von Europas höchstem Aussichtsrad (175 m) am Zoo verzögert sich. Über die Gründe sprach die B.Z. mit Michael Waiser, Geschäftsführer vom Projektentwickler Great Berlin Wheel.

B.Z.: Anfang November 2008 hat der Zoo das Areal seines alten Wirtschaftshofes an Sie übergeben. Warum haben die Arbeiten für das Riesenrad noch nicht begonnen?

Michael Waiser: Erst müssen noch die alten Baracken auf dem Grundstück abgerissen werden. Die Auftragsvergabe dafür startet in ein oder zwei Wochen.

Und wann starten die Arbeiten für das Rad?

Das wird wohl Spätsommer oder Herbst werden.

Eine Eröffnung Ende 2010 ist damit vom Tisch…

Ja, das muss man wohl so sehen. Ende 2010 wäre realistisch gewesen, wenn wir im November 2008 hätten beginnen können. Jetzt wird es wohl 2011.

Welche Auswirkungen hat die Immobilien- und Finanzkrise auf Ihr Projekt?

Bislang noch keine. Kein Mensch weiß aber im Augenblick, was noch passiert.

Anders gefragt: Hätten Sie Ihr Projekt auch gestartet, wenn Sie das Ausmaß der Krise geahnt hätten?

Ich sage mal frech: ja! Wenn ein Projekt in einer schweren Krise eine Chance hat, dann eines, das die Menschen unterhält und ablenkt.

Warum wird ihr Rad zehn Meter kleiner als ursprünglich geplant?

Wir hatten im Frühsommer 2008 extrem hohe Stahlpreise und waren nicht sicher, wie die Preisentwicklung sein würde. Deshalb die Verkleinerung. Wir können insgesamt 2000 Tonnen Stahl einsparen.

Vorgesehen sind außerdem nur noch 28 statt 36 Besucher-Kapseln. Halten Sie trotzdem an ihrer Prognose von zwei Millionen Gästen im Jahr fest?

Ja, die Prognose hing nicht so sehr von der Zahl der Kapseln ab. Wären alle 28 Kapseln an 360 Tagen jeweils 14 Stunden gefüllt, hätten Sie sogar Platz für 5,6 Millionen Besucher. Drei Millionen halte ich für realistisch.

Sie finanzieren den Betrieb aus Ticketpreisen, Merchandising und Werbung. Haben Sie schon einen Namenssponsor?

Wir prüfen gerade viele Möglichkeiten. Bei einem Namenssponsor wäre natürlich ein Berlin-Bezug klasse: Air-Berlin-Rad - das klänge wunderbar und passt.

Und wenn sich kein Namenssponsor findet - wie wird Ihr Rad dann heißen?

Dann wäre ein Wettbewerb zur Namensfindung vorstellbar, an dem sich die Berliner beteiligen können. Das stärkt die Identifikation mit dem Rad. Anderseits: Die Berliner werden auch unabhängig davon ihren eigenen Namen finden - denken Sie an "Schwangere Auster" (Kongresshalle) -, und das muss nicht unsympathisch sein.

Viele Berliner wünschen sich, dass ICEs wieder am Zoo halten. Das müsste doch in Ihrem Sinne sein.

Aus Image-Gründen wäre das für die City West sicher gut. Für uns ist ein ICE-Anschluss nicht so entscheidend. Zu uns kommen Touristen, die verstreut in Hotels in der Stadt leben - und die reisen mit dem Nahverkehr an.


Das 175 Meter hohe Riesenrad am Zoo sollte sich schon 2008 drehen. Der Start wurde dann auf 2009, später auf 2010 verschoben. Und jetzt?
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