Knuts erste öffentliche Fütterung nach dem plötzlichen Herztod seines Pflegers Thomas Dörflein (†44) – gedrückte Stimmung bei den Besuchern, bei Dörfleins Pfleger-Kollegen Marcus Röpke (34). Tiefe Trauer über alle Absperrungen und Gitter hinweg.
Manche Besucher hatten Tränen in den Augen. Keine lauten Begeisterungsrufe, als Marcus Röpke Fisch und Fleischbrocken zu Knut ins Gehege wirft. Der junge Kollege von Dörflein hat dunkle Ringe unter den Augen: „Nein, ich kann noch nicht darüber sprechen. Alles ist noch so frisch“, sagt er.
Die Gesten alltäglich. Und doch ist alles anders. In den Köpfen der Besucher werden Erinnerungen wach – an Dörflein und Knut. Wie sie gemeinsam balgten, schwammen, wie der kleine Eisbär an Dörfleins Hand nuckelte.
Marcus Röpke wird sich an seinen Chef erinnern – wie beide im Inngehege in der Sonne saßen, darüber lachten, wenn Knut der alten Kragenbärin Mausi das Croissant wegschnappte. Erinnerungen.
Tröstende Worte zwischen Knut-Fans: „Schau, Knut frisst. Zum Glück scheint er nicht zu leiden.“
Eine ältere Dame philosophiert über den plötzlichen Tod von Dörflein: „Vielleicht hat der liebe Gott da oben ein Eisbärengehege und war auf der Suche nach einem sehr guten Pfleger.“ Sie lächelt: „So würde ich es jedenfalls meinem Enkel erklären…“
Die ARD erinnert heute (26.9., 16.10 Uhr) mit einem Film an Thomas Dörflein: „Knut, das Eisbärenbaby und Thomas Dörflein, der Bärenvater.“