Die Nachricht vom Tod Thomas Dörfleins erschüttert auch Berlins Politiker. Und viele möchten dem liebevollen Pfleger von Eisbär Knut nachträglich die Ehrenbürgerwürde Berlins verleihen.
„Ich hätte ihn lieber als manche politische Gestalten“, sagt Berlins früherer Regierender Bürgermeister Klaus Schütz (82, SPD).
Weltweite Aufmerksamkeit
Grundsätzlich könne diese Ehrung zwar keinem Toten zuteil werden, gibt Schütz zu bedenken. „Ich weiß aber, dass Berlin bei Marlene Dietrich schon einmal eine Ausnahme gemacht hat.“
Da kann die Berliner CDU-Bundestagsabgeordnete Monika Grütters (46) nur zustimmen. „Es geht, wenn man will“, sagt sie. Und wenn es mit der Ehrenbürgerwürde doch nicht klappen sollte? Grütters: „Es geht darum, Dörfleins Wirken in angemessener Weise zu würdigen. Er war ein außerordentlicher Sympathieträger für Berlin und hat sich nie in den Vordergrund gespielt.“
Auch in Unternehmerkreisen ist Dörflein hoch angesehen. „Er war wichtigster Botschafter Berlins“, macht sich Hans Wall (66), Aufsichtsratsvorsitzender der Wall AG, für eine Ehrenbürgerwürde stark. „Mit seiner aufopferungsvollen Pflege unseres Eisbären Knut hat er Berlin zu weltweiter Aufmerksamkeit verholfen.“
Dörflein-Skulptur für Zoo
Wowereit-Biograf Hajo Schumacher (44) ist von Dörfleins Bescheidenheit und Zurückhaltung fasziniert. „Eine Ehrung in Form einer Skulptur am Eisbären-Gehege wäre für ihn sicher angemessen“, schlägt er vor. Grünen-Fraktionschefin Franziska Eichstädt-Bohlig (67) will Knuts Erfolgsgeschichte, die mit dem Namen Dörfleins verbunden ist, unbedingt wachhalten.
„Eine Ehrenbürgerschaft halte ich für schwierig. Dennoch tut Berlin tut gut daran, an seine Verdienste zu erinnern, etwa in Form von Bildern im Zoo.“