Ausdrucken Weiterleiten
 

«Ethischer Umgang»?: Peta tötet über 2300 Haustiere

NORFOLK, USA – Die umstrittene Tierschutz-Organisation Peta nimmt in ihrem Heim Tiere auf. Jetzt kommt aus: Die meisten davon werden eingeschläfert.

Von Gabriel Brönnimann | Aktualisiert um 15:17 | 17.03.2010
Keine andere Tierschutz-Organisation tritt so medienwirksam auf wie Peta, die «People for the Ethical Treatment of Animals (deutsch: Menschen für den ethischen Umgang mit Tieren). Mit halbnackten oder ganz-enthüllten C- und D-Promis und lautstarken Parolen sorgt die US-Organisation immer, wenn ein angebliches Unrecht am Tier geschieht, für fette Schlagzeilen.

Jetzt steht Peta selber in der Kritik. Der Staat Virginia, wo sich das Peta-Hauptquartier befindet, veröffentlicht jedes Jahr die Zahlen der eingeschläferten Tiere.

Diese Zahlen lassen Tierschützer empört aufschreien: Im Jahr 2009 tötete Peta 2301 Hunde und Katzen – das sind 97 Prozent der Tiere, die im Hauptquartier abgegeben wurden. Gerade mal acht Haustiere wurden adoptiert.

Peta selbst macht keinen Hehl daraus: «Unser Euthanasie-Programm war nie ein Geheimnis», sagt Daphna Nachminovitch, Vize-Präsidentin der «Tierquälerei-Untersuchungen», zu US-Medien. «Das ist nur eines der vielen Dinge, die wir tun, um das Leiden der Tiere zu verringern.»

Peta tötet die meisten Haustiere


Dieses Argument lassen andere Tierschützer nicht gelten. Peta suche gar nicht aktiv ein neues Heim für die Tiere, heisst es. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Ein anderes Tierheim in Norfolk, Virginia, fand ein neues Plätzchen für 86 Prozent der Tiere. Der staatliche «Norfolk City Pound» hat im selben Jahr 54,7 Prozent der Tiere eingeschläfert. Sprich: Peta tötet die meisten Haustiere.

«Ich glaube nicht, dass man dieses Vorgehen irgendwie ethisch rational begründen kann», sagt Nathan Winograd, Direktor des «No Kill Advocacy Centers», zu «AOL News». Winograds Organisation kämpft dafür, dass Tiere nur dann getötet werden, wenn sie zu aggressiv oder zu krank sind für eine Adoption.

Noch deutlicher wird David Martosko, der Forschungsdirektor am «Center for Consumer Freedom»: «Diese Organisation prostituiert sich für maximale Medienpräsenz. Sie tun die lächerlichen Dinge, aber sie schalten keine Anzeige in den Zeitungen von Norfolk, in der steht: ‹Wir haben Hündchen und Kätzchen, kommen Sie doch eins adoptieren!›»

Das sagt Peta

Melitta Töller, Medienkoordinatorin von Peta Deutschland, nahm gegenüber Blick.ch zu den Vorwürfen Stellung. Sie sagt: «Die Euthanasie der nicht-vermittelbaren Haustiere hat nichts mit Geld zu tun, wie sie vermuten. Es geht nicht darum, dass es finanziell günstiger sein kann, Tiere zu euthanasieren, als sie lebenslänglich in Käfige zu sperren, wie dies einige No-Kill Shelter tun. Das von Peta USA betreute Tierheim in Norfolk nimmt sich den Tieren an, die nicht vermittelt werden können. Weil sie an unheilbaren Krankheiten leiden wie z. B. schweren Tumoren, offenen Wunden etc. Aus diesem Grund ist die Rate der nicht vermittelten Tiere logischerweise höher, als sie bei gesunden Hunden und Katzen ist.»

Haustiere «nicht im besten Interesse» des Tiers


Vielleicht will Peta auch gar nicht, dass die Tiere ein neues Heim finden. Auf der offiziellen Homepage steht es deutlich, was die Organisation eigentlich von Haustieren hält: «Wir von Peta lieben die tierischen Begleiter, die unsere Heime teilen, sehr, aber wir glauben, dass es im besten Interesse der Tiere wäre, wenn die Institution des «Haustier-Besitzens» – das heisst, das Züchten von Tieren, um sie als Haustiere zu halten und zu betrachten – gar nicht existierte.»
«Blut, Folter, Tod»: Mit solchen Schock-Bildern protestiert Peta gegen den Stierkampf in Pamplona, Spanien. Ob die Demonstranten wissen, dass Peta selber Tiere tötet? (Reuters)
«Blut, Folter, Tod»: Mit solchen Schock-Bildern protestiert Peta gegen den Stierkampf in Pamplona, Spanien. Ob die Demonstranten wissen, dass Peta selber Tiere tötet? (Reuters)
Ein Hund in einem Schweizer Tierheim. Bei Peta in Virginia hätte er letztes Jahr eine Überlebenschance von 3 Prozent gehabt. (RDB/Irène Schaich)
Ein Hund in einem Schweizer Tierheim. Bei Peta in Virginia hätte er letztes Jahr eine Überlebenschance von 3 Prozent gehabt. (RDB/Irène Schaich)
Das sagen Blick.ch-Leser
Fleming's Friend, Basel - 21:00 | 17.03.2010
» Eine Frage ist, ob das schmerzfreie Einschläfern von Tieren, die gar nicht vermittelt werden können, vertretbar ist. Wahrscheinlich ist es eine ultima ratio, wenn vorher wirklich alle Möglichkeiten ausgeschöpft wurden, die Tiere doch noch zu vermitteln. Ein anderes Problem ist, dass PeTA eine Tierrechtsphilophie vertritt, die jegliche Nutzung und Tötung von Tieren absolut verbietet. Aus dieser Grundhaltung heraus dürfte PeTA unter keinerlei Umständen Tiere töten. Das nennt man wohl scheinheilig
Mathias Schlegel, Seuzach - 17:13 | 17.03.2010
» Seit ich die Menschen und ihre Organisationen kenne liebe ich die Tiere.
Susanne Sam, Luzern - 16:38 | 17.03.2010
» Eine Pseudo Organisation, welche Geld sammelt für die Verwaltung der Organisation und nicht zu Gunsten der Tiere. Sowas sollte rigoros verboten werden. Es kann nicht sein, dass 97% der aufgenommen Tiere todkrank sind und sie deswegen erlöst werden müssen.
Peter Zehnder, Schweiz - 16:01 | 17.03.2010
» Wer glaubt noch an deren Interessen? Das sind allesamt Mörder!!
Paul Baumgartner, Wittnau - 15:55 | 17.03.2010
» Als notorischer Tierliebhaber muss ich dem Herr Brönnimann aber sagen, dass es viel besser ist, Tiere, die körperlich oder seelisch geschunden wurden zu erlösen! Besser jedenfalls als es einfach an den nächstbesten weiter zu verschachern, wo das Elend womöglich weitergeht. Es ist ausserdem nur zu unterstützen, dass man gegen die schändliche Misshandlung vieler Tiere in den Südländern, spez. Spanien endlich einmal etwas unternimmt. Wär besser, sich darüber im Blick auszulassen!
Robin Zahner, suhr - 15:48 | 17.03.2010
» die spinnen doch...
Derya Ayse Kulac, Altdorf - 15:38 | 17.03.2010
» Das tut einfach nur weh.....:(
Promo
Promo