Stuttgart – Deutschland, Eisbärenland: Nach Knut und Flocke wurde jetzt der kleine Wilbär (2 Monate) im Stuttgarter Zoo vorgestellt. Der Zauber der Eisbärchen berührt Millionen Menschen. Aber wie glücklich sind die Tiere selbst? BILD fragte Experten.
Berlins Knut wurde im Dezember 2006 geboren, ist der Weltstar der Eisbären. Die Mutter verstieß ihn, Tierpfleger Thomas Dörflein (44) wurde für ihn fast zum Ersatzvater. Tierpsychologin Marion Granzow: „Als Knut vom Pfleger getrennt wurde, hat er nach ihm gerufen – kein Zeichen für Glück.“
Tierschützer beklagten die Fixierung auf Dörflein. Folge: Verhaltensstörung. Knut ahmt Zoobesucher nach, macht Faxen wie ein Kleinkind.
Flocke (10 Wochen) wurde von Mama Vera (5) verstoßen, wird in Nürnberg per Hand großgezogen. Die kleine Bärin (10 Kilo) beißt, wird nur noch mit Spezialhandschuhen angefasst.
Fehlt ihr körperliche Wärme? Thomas Schröder (42), Tierschutzbund: „Eisbären können in Zoos nie glücklich werden. Die Gehege sind z.B. viel zu eng.“
Jüngster Spross des Bärenbooms: Wilbär. Der süße Fratz wiegt geschätzt 6 Kilo. Er hat eine Mutti, die sich um ihn kümmert – Bärendame Corinna (18). Zooexperte Frank Göritz (45): „Wilbär ist der Glücklichste der drei Bären. Durch die natürliche Aufzucht nimmt er über die Muttermilch Antikörper auf, die ihn vor Krankheit schützen.
Der Umgang mit der Mutter verringert das Risiko, dass Wilbär später Verhaltensstörungen entwickelt.“