Unter dem Motto "Knut forever in Berlin" haben sich bereits mehr als 16 500 Menschen mit ihrer Unterschrift dafür ausgesprochen, dass Eisbär Knut dauerhaft in Berlin bleibt. Anlass der Unterschriftensammlung, die auf Initiative von Zoo-Dauerbesucherin Doris Webb aus Zehlendorf gestartet wurde, sind die Auseinandersetzungen zwischen dem Zoo und dem Tierpark Neumünster. Diesem gehört Eisbär Lars - der Vater von Knut - und somit auch Knut selbst als erster Nachkomme von Lars. Das jedenfalls besagt die Vereinbarung, die beide Einrichtungen getroffen haben. Zwar erhebt der schleswig-holsteinische Tierpark keinen Anspruch auf Knut, will aber an den Einnahmen aus der Vermarktung des kleinen Eisbären beteiligt werden. Das hat der Zoologische Garten bislang abgelehnt. Nun will der Tierpark Neumünster den Zoo gerichtlich zwingen, seine Lizenzeinnahmen offenzulegen. Ein Gerichtstermin wurde für Mai 2009 anberaumt.
Knut-Fans sorgen sich dennoch, dass der Eisbär den Zoo eines Tages verlassen muss. "Es muss ermöglicht werden, dass er mit einer jungen Gefährtin in einem schönen Gehege im Berliner Zoo erwachsen und auch alt werden darf", heißt es auf der Homepage der Aktion. Berlin sei der Geburtsort des Kleinen, Knut sei längst zu einem Berliner Wahrzeichen geworden.
Dass Knut im Zoo bleiben kann, gilt derzeit als wenig wahrscheinlich. Zum einen, weil der Zoo mit Lars bereits ein Männchen hat (und sich zwei Männchen nicht vertragen würden), zum anderen, weil Knut auf Dauer ein Weibchen haben soll. Doch wer ein Weibchen hat, will das in der Regel auch behalten - schließlich kann nur so auch Nachwuchs gezeigt werden.
Eisbär Knut wurde am 5. Dezember 2006 geboren, aber von Mutter Tosca nicht angenommen. Während sein Bruder starb, kam Knut in die Obhut von Pfleger Thomas Dörflein, der ihn mehrere Monate lang betreute. Mehr als fünf Millionen Menschen haben Knut bereits im Zoo gesehen. (cls.)
Weitere Infos zur Aktion unter www.aktion-knut-forever-in-berlin.de
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Foto: Ob er nun schläft oder nur gähnt - Knut ist nach wie vor beliebt.