Montag, 24. März 2008 um 19.00 Uhr
Wiederholungen:
31.03.2008 um 16:50
09.04.2008 um 10:40
13.06.2011 um 08:00
Knut, Flocke & Co.
(Deutschland, 2008, 43mn)
RBB
Regie: Georg Berger, Reinhard Joksch
Die Dokumentation stellt fünf Eisbären vor, die von Pflegern in Berlin, Denver, Basel und Tokio groß gezogen wurden. Dabei werden auch die Probleme deutlich, die eine Handaufzucht von Eisbären in Gefangenschaft mit sich bringt, wie zum Beispiel die Gefahren durch Infektionen oder die Prägung auf die Pfleger. Zugleich erzählt der Film anhand der Eisbärenzucht von den Veränderungen innerhalb der zoologischen Gärten und vom gewachsenen Problembewusstsein gegenüber Wildtieren in menschlicher Obhut.
Am 5. Dezember 2006 bringt Eisbärin Tosca im Berliner Zoo zwei Junge zur Welt. Ein Tier stirbt, das zweite wird vom Pfleger gerettet. Der gibt dem 810 Gramm leichten Winzling den Namen Knut. Seine Überlebenschancen sind gering, die ersten Wochen dramatisch. Als im Januar 2007 seine Existenz öffentlich wird, setzt eine wahre Eisbären-Hysterie ein. Angela Merkel, Georg W. Bush, Leonardo DiCaprio - alle schwärmen von Knut, der nun bei Konferenzen als Symbol für den Kampf gegen die Klimakatastrophe dient. Nun ist die Knut-Show vorbei - der kleine Bär, der nur vier Jahre alt wurde, starb im März 2011.
Klondike und Snow wurden 1995 im Zoo von Denver geboren. Von der Mutter nicht angenommen, wurden die Kleinen abwechselnd von Pflegern und dem Tierarzt David Kenny zu Hause aufgezogen. Als sie zwei Monate alt waren, musste Tierarzt Dr. David Kenny die beiden in die Klinik des Zoos bringen. Sie waren immer schwächer geworden. Eisenmangel wurde diagnostiziert. Dagegen halfen Medikamente. Schlimmer war jedoch, dass Snow Knochenschäden hatte. Nach Krankengymnastik und physikalischen Therapien konnte sie jedoch mit ihrem Bruder wieder ausgelassen toben. Heute sind beide Eisbären erwachsen und die Stars in Seaworld Orlando. Hier haben sie ein großes Areal mit einem riesigen Wasserbecken bezogen.
Nach dem jüngsten Weltklimabericht der UNO ist der Eisbär stark bedroht. Noch in diesem Jahrhundert könnte der Mensch dem arktischen Bären durch die hausgemachte Erwärmung der Atmosphäre die Lebensgrundlage entziehen. Sollte das größte Landraubtier der Welt bald nur noch in Zoos anzutreffen sein? Doch wie erfolgreich können Eisbären überhaupt gezüchtet werden und gibt es eine artgerechte Haltung? Eisbären zählen zu den problematischsten Arten für eine Zoohaltung. Deshalb fordern Tierschützer jetzt ein Ende der Eisbärenzucht in Zoologischen Gärten.
In den Eiswüsten des Nordens durchstreifen sie riesige Reviere. Mit dem Frühling packt sie ein intensiver Wander- und Jagdtrieb, den sie im Zoo nie ausleben können. Die kleinen Bären sind äußerst anfällig und brauchen viel Pflege. In der Arktis zieht sich die Mutter monatelang in eine Geburtshöhle zurück, die sie erst verlässt, wenn ihre Babys laufen können. Bei den arktischen Temperaturen gibt es kaum Bakterien und Viren, die die Jungtiere gefährden. In einem Zoogehege ist das völlig anders. Viele Eisbären sterben hier - wie zuletzt Knut. Eisbären in freier Wildbahn werden bis zu 15 Jahre alt.