Stuttgarter Zeitung online | Zeitungsgruppe Stuttgart |  Dienstag, 27. September 2011

Reise


Zoo Berlin

Ein Weltstar wird erwachsen

Dorothee Schöpfer, veröffentlicht am 24.07.2009
Foto: Schöpfer

Das Erste, was der Besucher im Berliner Zoo sieht, ist eine Schlange. Eine ziemlich lange Menschenschlange. Im Sommer, wenn die Berliner Schulferien haben, stehen Familien und Kita-Gruppen einträchtig hinter Touristen aus Japan, Amerika oder Holland. Insofern kann schon die Wartezeit auf die Eintrittskarte ganz unterhaltsam sein: denn diese Schlange ist zumindest vielsprachig.

Nicht alle kommen wegen Knut. Aber viele. Seit seinem ersten öffentlichen Auftritt vor zweieinhalb Jahren zieht der Eisbär die Massen an: Mehr als drei Millionen Besucher kamen im vergangenen Jahr in den Zoo, vor Knut war es ein Viertel weniger. Mittlerweile ist auch endgültig entschieden, dass der Bär in der Hauptstadt bleiben darf. Der Tierpark Neumünster, aus dem Knuts Vater Lars stammt und der seine Rechte an dem Erstgeborenen angemeldet hatet, wurde kürzlich mit 430 000 Euro ausbezahlt.

Aus dem niedlichen Eisbärbaby ist inzwischen ein Teenie geworden, der Menschenansammlungen mit klickenden Fotoapparaten vor den ausgestreckten Händen wahrscheinlich für so normal wie Felsen hält. "Kiek mal, der posiert ja wie auf’m Catwalk", ruft eine junge Zuschauerin begeistert und knipst das vermutlich 200 000ste Bild des berühmtesten Eisbären der Welt an diesem Tag. Das Felsengehege von Knut ist jedenfalls groß genug, dass sich auch sehr viele Besucher davor aufhalten können. Ein Bild von Thomas Dörflein, dem verstorbenen Ziehvater von Knut, steht auch vor dem Zaun.

Der Berliner Zoo scheint seine Mehreinnahmen der Eisbärmania (seit 1980 wurden in Deutschland rund 70 Eisbärbabys in Zoos großgezogen, nur hat das vor Knut kaum jemanden interessiert) gerade sinnvoll zu investieren: An vielen Ecken wird renoviert und gebaut. Die Elefantenfreianlage soll im August schon fertig sein, bis die Fassade des historischen Antilopenhauses geliftet und die Felsen der Mähnenschafe renoviert sind, wird es noch etwas dauern.

Der Berliner Zoo ist der älteste in Deutschland. Gegründet wurde er schon 1844, während des Zweiten Weltkriegs jedoch fast völlig zerstört. Viele der alten Tierhäuser wurden jedoch wieder aufgebaut. So ist der Berliner Zoo heute nicht nur einer der artenreichsten überhaupt, man bekommt auf dem Rundgang durch das Gelände auch viele historische Bauten zu sehen, deren Stil auf die Herkunftsländer der tierischen Bewohner verweist.

Tiere: Knapp 14 000 in 1440 Arten. Die zweitgrößte Attraktion neben Knut ist der Pandabär Bao Bao, der als chinesisches Staatsgeschenk 1980 in den Zoo kam. Giraffen, Tiger, Löwen, Menschen- und andere Affen, Nashörner und Elefanten – die Besucherlieblinge sind alle vorhanden. Absolut sehenswert sind die Großvolieren.

Größe: Mit 35 Hektar einer der größeren Zoos. Wer sich einen Tag Zeit nimmt, kann die ganze Anlage besuchen.

Schlechtwettertauglichkeit: Allein in dem riesigen Aquarium mit seinen Tiefseefischen, Riffhaien, Quallen und dem Terrarium kann man sich viele Stunden aufhalten. Viel zu sehen und auf amüsante Weise zu lernen gibt es auch im Pinguinhaus ("Treue und Pünktlichkeit sind die Basis jeder Pinguinehe") und im Flusspferdhaus, in dem man die Tiere sogar unter Wasser beobachten kann.

Tipps für Kids: Der Spielplatz mit seinen zahlreichen Rutschen, dem begehbaren Schiff, den Hängebrücken und Kletterhäusern ist sehr beliebt, es herrscht an schönen Tagen ein immenser Geräuschpegel.

Gastro: Neben Eisständen gibt es ein Zoorestaurant (Currywurst mit Pommes 6,20 Euro) und die Waldschänke am Kinderspielplatz.

Info:
Lage: Direkt am Bahnhof Zoo, einem der Hauptverkehrsknotenpunkte Berlins. Dorthin fahren viele U- und S-Bahn- Linien ebenso Busse. Weniger Andrang als am Eingang Löwentor direkt am Busbahnhof herrscht am Eingang Elefantentor an der Budapester Straße.

Eintritt: Die Kombikarte Zoo und Aquarium kostet für Erwachsene 18 Euro, für Kinder (fünf bis 15 Jahre) neun Euro. Der Zooeintritt allein kostet zwölf bzw. sechs Euro. Die Tickets kann man auch unter www.zoo-berlin.de kaufen, mit dem selbst erstellen Ausdruck kann man direkt an eines der Tore, ohne an den Kassen anzustehen.

Öffnungszeiten: täglich von 9 bis 19 Uhr, im Herbst und Winter bis 18 bzw. 17 Uhr.

Auskunft: Zoologischer Garten Berlin, Hardenbergplatz 8, 10787 Berlin, Tel. 030/25 40 10, www.zoo-berlin.de.
 
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